Peter Torkler verwandelt Deutschlands Oder‑Delta in ein Wildtierparadies
Im Norden Deutschlands ist das Oderdelta zu einem blühenden Wildnisparadies geworden, wo Herden von Wisenten, scheue Luchse und hochgewachsene Elche nun über wiederhergestellte Feuchtgebiete streifen, die einst für die Landwirtschaft entwässert wurden. Die Umwandlung markiert ein bemerkenswertes ökologisches Comeback nach etwa zehn Jahren intensiver Arbeit.
Standort und Ausmaß
Das Oderdelta, eines der wenigen verbleibenden Wildnisgebiete Mitteleuropas, liegt dort, wo die Oder in die Ostsee mündet und die Grenze zu Polen überquert. Das Delta erstreckt sich über beide Seiten des Flusses und schafft ein komplexes Netzwerk von Wasserwegen und Lebensräumen. Die Landschaft veranschaulicht den natürlichen Reichtum der Region.
Jahrzehnte der Wiederherstellung
Jahrelang wurde das Gebiet für die Landwirtschaft entwässert, aber in den 1990er Jahren wurde das jahrtausendealte Moor wieder befeuchtet, sodass natürliche Prozesse wieder aufnehmen konnten. In dieser Zeit begannen Naturschützerinnen und Wissenschaftler damit, die Naturräume wiederzubeleben, Flussmäander zu restaurieren und das Wachstum der Vegetation zu fördern. Die Anstrengung markierte eine neue Ära für das Ökosystem.
Wiederherstellung des Lebensraums
Frank Götz‑Schlingmann, Naturführer und Netzwerkkoordinator für Rewilding Oder Delta, sagte, “Seither hat sich auf beiden Seiten ein ausgedehntes Sumpfgebiet entwickelt. Es ist weitestgehend zu seinem natürlichen Zustand zurückgekehrt.” Wie er erklärte, zeigt die schnelle Erholung die Kraft einer geduldigen Bewirtschaftung.
Projektvision
Peter Torkler, Co‑Direktor von Rewilding Oder Delta, sagte gegenüber RTS: “Das Puzzle besteht aus vielen kleinen Gebieten. Wir arbeiten dort schrittweise daran, die Landschaft in ein langfristiges Projekt zu verwandeln.” Er bemerkte, dass das Vorhaben ein langer Prozess gewesen sei, der ein stetiges Engagement erfordere.
In etwa zehn Jahren haben Naturschützerinnen und Wissenschaftler das Moor wiederbelebt, Flussbiegungen restauriert und das Gedeihen der Vegetation im gesamten Delta ermöglicht. Ihre koordinierten Maßnahmen haben das Gebiet erneut in ein lebendiges Ökosystem verwandelt und große Populationen einheimischer Arten unterstützt.
Polnische Unterstützung
Auf der polnischen Seite finanziert die Stiftung für Klima und Biodiversität, vertreten durch Maciej Sobieraj, Renaturierungsprojekte wie die Rückführung eines ehemaligen Entwässerungsfeldes zum Wasser. “Dies ist eines der wichtigsten Feuchtgebiete der Region,” erklärte er und unterstrich die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Heute beherbergt das Delta Amphibien, Kraniche und Watvögel, und mehr als 500 Wisente leben nun in freier Wildbahn. Große Tiere wie der Wisent benötigen Wasser, und die Wasserstellen entlang ihrer Migrationsrouten bieten wertvolle Lebensräume für Arten wie Luchs und Elch.
Das polnische Schutzgebiet “Dzika Zagroda” pflegt Wisente und Luchse, bevor sie freigelassen werden, und strebt an, dass das gesamte Delta wieder besiedelt wird. Wie Peter Torkler hinzufügt, kommt das Wiederaufleben auch Elchen und Wölfen zugute, sodass diese Arten ihren Platz in der Landschaft zurückerobern können.
Die Geschichte wurde von Anne Maillet für RTS berichtet, mit der Sendung vom 11. August 2026 um 19:30 Uhr. Im Bericht können Leser den vollständigen Artikel auf der RTS‑Webseite finden, und am Ende der Sendung hob das Team hervor, wie langfristiges Engagement eine Landschaft in ein blühendes Paradies verwandeln kann.