Paul Nebel erklärt, warum mentale Härte bei Mainz entscheidend ist
Im Trainingslager von Mainz steht Paul Nebel, gerade 24 geworden, seit einem Jahrzehnt im Trikot des 1. FSV Mainz 05. Der Offensivspieler betont, dass er Profikollegen mit besonderer Mentalität schätzt – etwa die Argentinier bei der WM, Cristiano Ronaldo und Jürgen Klopp.
Werdegang und internationale Erfahrung
Paul Nebel wurde in Hessen geboren und ist in Rheinhessen aktiv. Er verbrachte die ersten vier Jahre im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FSV Mainz 05, bevor er 2020 in die Männer‑Mannschaften aufstieg. Von 2022 bis 2024 war er an den Karlsruher SC ausgeliehen, wo er wertvolle Zweite‑Liga‑Erfahrung sammelte.
Ursprünglich als Rechtsverteidiger eingesetzt, entwickelte er sich zum Offensivspieler. In 51 Junioren‑Länderspielen erzielte er acht Tore, ein Beleg für seine Vielseitigkeit. Der Fragebogen, den er für die F.A.Z. ausfüllte, hat Marcel Proust nie ausgefüllt.
Mentale Einstellung und Trainingspartner
Nebel betont, dass gute Spieler leidensfähig sein müssen und nie satt werden. Er sagte: „Gute Spieler sind hart zu sich und zum Gegner. Sie sind nie satt.“ Diese Einstellung half ihm, nach einer langen Verletzungsphase zurückzukehren.
Er beschreibt die erste Mal in seiner Karriere, als er länger verletzt war und Entzugserscheinungen verspürte, weil er das Tor‑Rausch‑Glück nicht erleben konnte. Stattdessen musste er ständig zur Reha, zum Physiotherapeuten und in den Kraftraum. Das zeigte ihm, wie wichtig mentale Stärke im Fußball ist.
Ein Mitspieler, Jerôme Gondorf, erinnerte ihn an die Härte der Zweiten Liga: „Willkommen in der zweiten Liga. Hier musst du dich wehren können.“ Auch Bartosch Gaul riet ihm, im Kopf frei zu bleiben und das Gleichgewicht zwischen Ehrgeiz und Leichtigkeit zu finden. Nebel begann daraufhin mit einem Mentaltrainer zu arbeiten.
Familie, Alltag und Ausblick
In Mainz ist Kaishu Sano bereits ein bekannter Name; sein Marktwert liegt bei 50 Millionen Euro, und Nebel sieht in ihm einen zukünftigen Spitzenklub‑Spieler in der Premier League. Er schätzt Sano als Vorbild für technische Finesse und Durchsetzungsvermögen.
Die Kabine des 1. FSV Mainz 05 ist für Nebel ein Ort der Gemeinschaft: Auf seinem Platz stand kürzlich eine Babyschaukel, die ihm von Phillip Tietz gebracht wurde, weil die Mannschaft sie nicht mehr benötigte. Seine Oma, die er als wichtigen Rückhalt beschreibt, kocht für die Familie ein traditionelles Irish Breakfast und sorgt an Weihnachten für Lachs.
Nebel erinnert sich, dass bei einer Auswechslung nur zehn Sekunden Zeit bleiben, ein Detail, das er im Spiel stets im Blick hat. Für ihn bleibt Fußball mehr als ein Beruf – er verbindet Leidenschaft, mentale Stärke und familiären Rückhalt.