FRAUEN FRAUEN
Klara Bühl lässt DFB-Frauen im Regen gegen Japan den WM-Titel träumen
Im Dauerregen von Bremen sprangen Klara Bühl und ihre Teamkolleginnen über den nassen Rasen, während jubelnde Fans das DFB-Team um die Ausnahmekünstlerin des FC Bayern feierten. Das Spiel gegen Japan wurde zum Ausrufezeichen für die WM‑Titel‑Träume der deutschen Frauen.
Statement‑Sieg und persönliche Einschätzungen
Der 2:1‑Sieg (1:1 zur Halbzeit) gegen den WM‑Mitfavoriten Japan war ein klarer Statement‑Sieg, der vier Tage nach einem 4:2‑Erfolg gegen Australien Rückenwind gab. "Mit der Mannschaft ist es möglich, auch Weltmeisterin zu werden", erklärte Jule Brand, die für den FC Lyon spielt, auf die Frage nach dem Selbstbild der DFB‑Frauen acht Monate vor der Endrunde in Brasilien.
Bundestrainer Christian Wück lobte Bühl als "unheimlich wichtigen Faktor" und verglich ihre beidfüßige Qualität mit keinem männlichen Spieler. Er fügte hinzu, dass das Team seit der EM 2025 einen großen Schritt nach vorne gemacht habe.
Leistung, Kritik und Ausblick
Bühl, die nach einem Rückstand durch Momoko Tanikawa (15.) und Linda Dallmann (28.) das Ausgleichstor erzielte und dann in der 73. Minute selbst traf, bewertete ihre Leistung selbstkritisch mit einer 7 bis 7,5 auf einer Skala von 1 bis 10. Sie sah noch Potenzial und platzierte das Team zwischen 6,5 und 7.
Klara Bühl treibt DFB‑Frauen auf Weg zur WM‑Quali‑Spitze
Wück nannte die Optionen im Mittelfeld als Baustelle und verwies auf mögliche Ausfälle von Sjoeke Nüsken oder Elisa Senß. Er betonte, dass die Mannschaft trotz prominenter Defensivausfälle – Giulia Gwinn, Rebecca Knaak und Kathrin Hendrich – ein gutes Fundament gebaut habe.
Die Situation um Lena Oberdorf wurde erklärt: Nach zwei Kreuzbandrissen und einer aktuellen Kniereizung soll sie bis Februar komplett ruhen, um dann das weitere Vorgehen zu prüfen.
Ab Ende November folgen zwei Testspiele in Südamerika, um den Feinschliff zu perfektionieren. Für 2027 müsse die DFB‑Auswahl in der Nations League, die zur Olympia‑Qualifikation dient, Ergebnisdruck aushalten, denn laut Wück gibt es keine extra Vorbereitungszeit für die WM – jedes Spiel sei unheimlich wichtig.