Hertha BSC setzt Erfolgswelle nach Sieg gegen Fürth fort
Hertha BSC feierte nach einem 2:1‑Heimsieg gegen SpVgg Greuther Fürth den siebten Sieg in der siebten Ligarunde und liegt damit sieben Punkte vor dem Drittplatzierten. Die Analyse des Teams zeigt, dass die Berliner trotz harter Phasen weiterhin auf einer beeindruckenden Erfolgswelle reiten.
Selbstkritik und Entwicklung
Trainer Leitl kritisierte nach dem Spiel die Art und Weise, wie die Mannschaft ins Spiel gekommen sei, und bemängelte Ernsthaftigkeit, Intensität und Zweikampfführung. „Wir Menschen sehnen uns nach Erklärungen“, sagte er, und fügte hinzu: „Wir wollen verstehen, warum die Dinge so sind, wie sie sind.“ Die Selbstkritik erinnert daran, dass Selbstverständnis nicht selbstverständlich ist und immer wieder hart erarbeitet werden muss.
Im Vorfeld des Spiels wirkte das Team mit neuem Selbstvertrauen, besonders Jon Dagur Thorsteinsson und Kevin Sessa spielten, als wären sie ausgewechselt worden, und die neue Spielweise verlieh ihnen eine ungeahnte Breite. Paul Seguin stand unter permanenter Manndeckung, während Torhüter Marius Gersbeck nur acht von 27 weiten Abschlägen zu seinem Mitspieler fanden. Luca Schuler bekam selten die Möglichkeit, den Ball zu kontrollieren, und Kapitän Josip Brekalo blieb meist harmlos.
Spielverlauf und Schlüsselereignisse
Fürth behielt mit 58 Prozent Ballbesitz und einer um fünf Prozent höheren Passquote die Kontrolle, während Hertha in der ersten Hälfte kaum Dominanz aufbauen konnte. Die Abstände zwischen Verteidigung und Mittelfeld waren zu groß, das Pressing wirkte schwerfällig und die Kettenlücken ließen den Gegner leicht in den Berliner Strafraum vordringen. Felix Klaus nutzte die Lücken, um immer wieder gefährliche Kombinationen zu spielen.
Mads Pedersen brachte in der 65. Minute das 1:0 für Hertha, doch erst zwei Minuten später ersetzte Leitl Neuzugang Gustaf Nilsson für den zuvor blassen Luca Schuler. Der Schwede zeigte sofort, warum er in absehbarer Zeit als Stammstürmer gelten könnte, und erzielte das 2:1, das den Sieg besiegelte. Die Fans begannen nach dem Ergebnis, das Momentum als eigenständige Kraft zu sehen, und manche glaubten bereits an ein kosmisches Glück.