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Frauen-Fußball Jede: Fast jede Spielerin sieht Karriereende wegen Geld
In einem leeren Trainingsraum der DFB-Profimannschaft hörte man das leise Flüstern: Viele Spielerinnen denken bereits an das Ende ihrer Laufbahn. Die Umfrage der Spielergewerkschaft Fifpro zeigt, dass fast jede zweite von 791 befragten Profis erwägt, früher als nötig aufzuhören.
Finanzielle Gründe dominieren
59 Prozent der Befragten nannten Geld als Hauptgrund, während 46 Prozent psychischen Stress angaben. Das durchschnittliche, inflationsbereinigte Monatsgehalt hat sich dank Umsatzwachstums in Ligen wie der National Women's Soccer League auf 2.601 US‑Dollar verdreifacht, liegt jedoch mit einem mittleren Monatsgehalt von 1.669 US‑Dollar (rund 1.440 Euro) deutlich darunter.
Globale Einnahmen, lokale Defizite
Obwohl der Frauenfußball im kommenden Jahr globale Einnahmen von mehr als einer Milliarde US‑Dollar erzielen soll, bleiben viele Spielerinnen außerhalb der finanzstarken Vereine in prekären Verhältnissen. In zehn osteuropäischen Ländern verdienen Spielerinnen im Durchschnitt weniger als den jeweiligen nationalen Mindestlohn.
Arbeitsverträge und Tarifbindung
Weltweit haben nur 56 Prozent der befragten Spielerinnen einen Arbeitsvertrag. In lediglich acht von 30 analysierten nationalen Ligen existiert ein Tarifvertrag, der Arbeitsbedingungen regelt.
Psychische Belastungen und fehlende Unterstützung
57 Prozent berichteten von psychischen Problemen, und die Hälfte erhielt nach eigener Angabe keinerlei Unterstützung von ihren Vereinen. Fifpro fordert deshalb verpflichtende psychologische Betreuung für alle Spielerinnen.
Alex Culvin, Direktorin für Frauenfußball bei Fifpro, betonte: „Allerdings sind die Fortschritte und Vorteile nicht gleichmäßig auf die Spielerinnen weltweit verteilt.“ Giulia Gwinn, Kapitänin des DFB‑Teams und eine der besten Spielerinnen des Landes, unterstreicht die Dringlichkeit, da die Lücke zwischen Einnahmen und realen Löhnen weiter wächst.