WM
WM-Finanzierungsplan stößt auf weltweite Gegenreaktion, FIFA unter Druck
In einem vollen FIFA-Hauptquartier am Freitag erklärte Präsident Gianni Infantino, dass das FIFA Forward Enterprise (FFE)-Programm, das private Investitionen in die Weltmeisterschaft lenken soll, nach einer Welle globaler Bestürzung und Proteste von nationalen Verbänden und Regierungen nicht weiterverfolgt wird.
Die Absage erfolgt nach einer intensiven Gegenreaktion von nationalen Verbänden, Regierungen und anderen Fußballorganisationen. Kritiker argumentierten, das Programm bedrohe das Integritätsmodell der Finanzierung der Weltmeisterschaft.
Der FIFA Forward Enterprise (FFE)-Plan war dazu gedacht, Kapital in jeden FIFA-Mitgliedsverband zu pumpen, indem ein Anteil der Weltmeisterschaftseinnahmen privaten Investoren zugewiesen wird. Die Organisatoren stellten ihn als Mittel zur Stärkung des Fußballs in den Ländern dar, die am meisten Unterstützung benötigen.
Untersuchungen führten die Führung der Investmentgruppe auf Jason Kushner zurück, der als Bruder von US-Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner identifiziert wurde. Seine Beteiligung verknüpfte den Vorschlag mit einer prominenten US-Familie.
Die FIFA veröffentlichte später weitere Details und einen Zeitplan der Initiative auf ihrer Website. Der Dachverband stellte die Informationen öffentlich zur Verfügung, nachdem die Kontroverse wuchs.
Eine späte Freitagsmitteilung mit dem Titel „Erklärung, die dem FIFA-Präsidenten zugerechnet wird“ bestätigte den Rückzug des Projekts. Das Dokument, unterschrieben von Präsident Gianni Infantino, wurde am Freitag veröffentlicht.
Innerhalb der FIFA trat Berater Carlos Cordeiro, ehemaliger US Soccer-Präsident, zurück, und Chief Operating Officer Kevin Lamour sagte, er fühle sich von Infantino „betrogen“. Lamours Äußerungen hoben die interne Unzufriedenheit mit dem Plan hervor.
Die UEFA kündigte an, dass alle ihre Mitgliedsnationen die FIFA-Wettbewerbe, einschließlich der Männer‑ und Frauen‑Weltmeisterschaften, boykottieren würden, ein Standpunkt, der von CONCACAF und der Asian Football Confederation unterstützt wird. Der Boykott erhöht den Druck auf die FIFA, ihr Vorgehen zu überdenken.
In seiner eigenen Erklärung sagte Infantino, das Forward Enterprise‑Projekt sei dazu gedacht, eine Grundlage für die Stärkung der FIFA-Mitgliedsverbände zu schaffen, insbesondere dort, wo Unterstützung am dringendsten benötigt wird, aber die geschaffenen Spaltungen machten eine Fortsetzung undurchführbar. Er wiederholte, dass der Vorschlag nicht weiterverfolgt wird.
Infantino fügte hinzu, dass er beabsichtige, in den kommenden Tagen und Wochen die interessierten Parteien wieder zusammenzubringen, um das weltweite Fußballwachstum voranzutreiben, insbesondere in den Ländern, die am meisten Hilfe benötigen. Der Dachverband hofft, alternative Wege zu finden, um die Entwicklung zu unterstützen.