Champions League FRAUEN
Verena Hanshaw kehrt nach Wien, findet die Stadtbewohner gestresst
Während sie an einem belebten Markt in Wien vorbeigeht, hält die 32‑jährige Verteidigerin Verena Hanshaw inne, weil das eilige Tempo der Käufer sie an einen Kommentar erinnert, den sie gemacht hat: “In Wien sind die Menschen sehr gestresst.” Der Österreich‑Neuzugang hat gerade ihre erste Woche zurück in der Hauptstadt nach einem 16‑jährigen Auslandsaufenthalt abgeschlossen.
Rückkehr nach langer Verbannung
Hanshaw verließ Wien im Alter von 16 Jahren, verließ den USC Landhaus und ging nach Deutschland. In den nächsten zehn Jahren und einem halben Jahr vertrat sie neun Vereine, darunter Eintracht Frankfurt, AS Roma und zuletzt West Ham United, bevor sie im Sommer zu Österreich wechselte und das violette Trikot annahm.
Während ihrer Zeit im Ausland sammelte sie 131 Länderspieltage für die österreichische Nationalmannschaft und spielte in dem, was sie als “die beste Liga der Welt” bezeichnet. Ihre Erfahrung erstreckt sich über die deutsche Frauen‑Bundesliga, Italiens Serie A und Englands Women’s Super League.
Seit ihrem Wechsel zu Österreich im Sommer ist die Außenverteidigerin zu einer festen Größe in einer Abwehr geworden, die in der letzten Bundesliga‑Saison nur acht Tore zuließ. Ihr Debüt wurde von einem seltenen Tor geprägt: In einem 5‑0 Champions‑League‑Qualifikationssieg gegen Farul erzielte sie das eröffnende 1‑0 mit einem 18‑Meter-Volleyschuss.
“Dieser Moment fühlte sich an wie ein Befreiungsschlag,” Hanshaw lachte, als sie nach dem Tor gefragt wurde. “Ein Tor zu erzielen ist für mich immer etwas Besonderes, weil es nicht oft vorkommt.”
Ambitionen und Alltag
Hanshaw sagt, der größte Kulturschock bei ihrer Rückkehr war die Nähe zur Familie und die Wahrnehmung, dass Wiener Menschen ständig gestresst sind, egal ob sie im Park spazieren oder einkaufen. Sie bemerkte, dass englische Supermärkte bis 23:00 Uhr geöffnet bleiben, ein Komfort, den sie in Wien vermisst.
Im Vergleich der Einrichtungen findet sie Österreichs Trainingsplätze und Umkleideräume “sehr gut”, obwohl ihr die Voll‑Service‑Mahlzeiten fehlen, die sie bei West Ham und Roma erhielt, wo Frühstück und Mittagessen vor Ort angeboten wurden.
Mit Blick in die Zukunft ist Hanshaw bestrebt, Österreich wieder in die Champions League zu führen. Nach einer 0‑1 Niederlage in der Liga gegen St. Pölten glaubt sie, dass die Vorbereitung des Teams solide ist und hofft, dass das bevorstehende Spiel gegen LASK den positiven Schwung aufrechterhalten wird.