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Lea Meyer entschuldigt nach Sturz und Kritik an Gesa Krause bei EM
Lea Meyer, die 28‑jährige deutsche Hürdenläuferin, die im letzten Rundlauf der 3000‑Meter-Hürden in Birmingham ins Wasserbecken gestolpert ist, hat eine öffentliche Entschuldigung auf Instagram veröffentlicht und zugegeben, dass ihre früheren Bemerkungen über die Goldmedaillengewinnerin Gesa Krause unprofessionell waren. Der Sturz kostete Meyer einen Podiumsplatz und ließ sie den vierten Platz belegen, nachdem sie das Tempo für den größten Teil des Rennens vorgegeben hatte.
Meyer hatte die frühen Phasen dominiert und ein schnelles Tempo vorgegeben, das sie vom Rest des Feldes absetzen ließ. Mit nur einer Runde Rest missachtete sie ein Hindernis, rutschte in den Wassergraben und konnte sich nicht mehr erholen, wodurch Krause den Europameistertitel mit einem makellosen Lauf erringen konnte. „Ich war im entscheidenden Moment nicht gut genug, ich habe Fehler gemacht und meine Taktik hat nicht funktioniert“, schrieb Meyer und bezeichnete das Ereignis als „mein einziger Fehler“.
Unmittelbar danach gab Meyer ein scharfes Interview, in dem sie Krause beschuldigte, „sich zurückzulehnen und dann von hinten zu sprinten“ und darauf bestand, sie „verdient eine Medaille“ habe. Sie erklärte zudem, sie gehöre zu „den Besten Europas“ und deutete Ambitionen an, Deutschlands Rekordhalterin vor den Olympischen Spielen in Los Angeles zu werden.
Später am selben Tag milderte die Athletin ihren Ton und schrieb: „Gesa ist zu Recht Europameisterin geworden. Sie hat die beste Taktik gewählt und nach ihren Stärken gespielt.“ Meyer fügte hinzu, dass Krauses Leistung „perfekt“ sei und dass ihre eigene Kritik von Emotionen und nicht von Fakten getrieben gewesen sei.
„Ich habe laut über meine Ziele gesprochen, aber das sehr unprofessionell und unsportlich getan“, sagte Meyer in derselben Erklärung und versprach, nach zukünftigen Rennen den Interview‑Bereich zu meiden und die Leistungen jedes Konkurrenten zu respektieren.
Krause reagierte gelassen und stellte fest, dass Rennstrategie eine persönliche Entscheidung sei. „Ich gebe mein Bestes lieber im letzten Kilometer oder im letzten Rundlauf, besonders bei Meisterschaften“, erklärte sie und betonte, dass Führung im Rennen selbstbestimmt sei.
Die Episode unterstreicht den enormen Druck, dem Elite‑Sportler ausgesetzt sind, wenn sie persönliche Ambitionen mit Sportsgeist vereinbaren müssen. Meyer, die Vize‑Europameisterin 2022, steht nun vor genauer Beobachtung vor der kommenden Olympiadsaison, in der das Management von Emotionen ebenso wichtig sein wird wie die körperliche Vorbereitung.
Deutsche Leichtathletik‑Verantwortliche haben sich bisher nicht weiter geäußert, doch man erwartet, dass der Vorfall Diskussionen über Medientraining und das Verhalten von Athleten in hochkarätigen Wettbewerben anstoßen wird.