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Knappes Wasser: Mojib Latif sagt, Flüsse werden zu Bächen

🇩🇪 Von 4AllFootball ·

Während der Planet zu 70 Prozent aus Wasser besteht, machen Süßwasser nur 2,5 Prozent aus – und die anhaltende Hitze verwandelt diesen winzigen Anteil in eine knappe Ressource. Klimawissenschaftler Mojib Latif, Seniorprofessor an der Christian‑Albrechts‑Universität Kiel (CAU) und am Helmholtz‑Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Geomar), warnt, dass wir mit Wasser vorsichtiger umgehen müssen.

Die unerbittliche Hitze reduziert große Flüsse zu Rinnsalen. Der Rhein und die Donau verlieren ihre Kiesbänke, und der niedrige Wasserstand des Bodensees ist auffallend sichtbar. Diese physischen Veränderungen zeigen, wie die Hitze Gewässer umgestaltet.

Fische sterben in den betroffenen Gewässern, und Menschen leiden ebenfalls unter der Hitze. Die Kombination aus ökologischem Verlust und menschlichem Unbehagen unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage.

Latif, der zudem Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg ist, sagt, die gegenwärtigen Bedingungen beunruhigen ihn. Er erklärt, dass er solche Entwicklungen erwartet habe, da Kollegen seit Jahrzehnten warnen, wünschte jedoch, sie hätten sich nicht materialisiert.

Nur ein paar Zehntelprozent des Wassers der Erde ist sofort nutzbares Süßwasser; der Rest ist in polarem Eis und Schnee gebunden. Dieser winzige, nutzbare Bruchteil macht jeden Tropfen entscheidend, besonders da Gletscher zurückweichen und die Wasserknappheit zunimmt.

Er fordert ein gesamtgesellschaftliches Handeln: Die Politik muss Rahmenbedingungen setzen, die Industrie muss ihren massiven Wasserverbrauch eindämmen, und die Bürger müssen Verschwendung vermeiden. Große KI‑Rechenzentren benötigen zum Beispiel nicht nur Energie, sondern auch enorme Wassermengen.

Latif schlägt grünere Städte und das Bedecken von Stauseen mit Solarmodulen vor, um Verdunstung zu verhindern und gleichzeitig Strom zu erzeugen. „Wir müssen immer Kompromisse eingehen, aber warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen?“, sagt er.

Die Kommodifizierung von Wasser ist ein wachsendes Problem. Private Investoren erhalten Wasserquellen häufig kostenlos oder zu sehr niedrigen Preisen – ein Vorgehen, das Latif für inakzeptabel hält. Er betont, dass Wasser ein Menschenrecht und keine handelbare Ware sei.

Setzt sich der Trend fort, insbesondere mit zurückweichenden Gletschern, könnte Wasserknappheit Konflikte auslösen oder verschärfen. Latif warnt, dass die Einsätze sehr, sehr ernst seien.

Viele Nationen teilen Flusswasser – zum Beispiel Pakistan und Indien – doch weniger als die Hälfte hat verbindliche Abkommen, um es gemeinsam zu verwalten. Latif hält die Schaffung solcher Verträge für wesentlich, um zukünftige Streitigkeiten zu verhindern.

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