WM
FIFA droht Strafrisiko wegen Zahlungen an russische Vereine
Während die FIFA betont, dass die Entschädigung von Vereinen für die Freigabe von Spielern ein routinemäßiger Bestandteil der Weltmeisterschaftsvorbereitungen sei, sieht sich die Organisation nun Anschuldigungen gegenüber, wonach sie Geld an russische Vereine im Verstoß gegen Sanktionen weitergeleitet habe – ein Vorwurf, der eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen könnte.
Die FIFA entschädigt traditionell Vereine, wenn ihre vertraglich gebundenen Spieler für die Weltmeisterschaft freigestellt werden, ein Vorgehen, das den Talentverlust während des Turniers ausgleichen soll. Die Zahlungen sollen den Zeitraum des Wettbewerbs abdecken, von der Gruppenphase bis zum Finale.
Der Follow the Money-Untersuchung zufolge hat die FIFA für die WM 2022 in Katar mehr als eine Million Euro an mehrere russische Vereine überwiesen, um die Freigabe ihrer Spieler zu sichern. Die Untersuchung identifizierte zudem Zahlungen an die russischen Vereine. Für die bevorstehende WM 2026 zeigt sich dasselbe Muster, wobei erneut Mittel für russische Vereine vorgesehen sind.
FIFA fügt dem WM 2026‑Preis amerikanische Meisterschaftsringe hinzu
Zenit St. Petersburg, Dynamo Moskau, CSKA Moskau, Rubin Kasan und Lokomotiv Moskau erhielten zusammen den Löwenanteil des Geldes, während der FK Krasnodar der einzige Verein war, dessen Zahlung als legitim angesehen werden könnte. Alle diese Vereine gehören oder werden gesponsert von Unternehmen, die auf der internationalen Sanktionsliste stehen, wodurch die Transfers verdächtig werden. Nach der Invasion in der Ukraine verhängte Sanktionen, die Finanzgeschäfte mit solchen Unternehmen verbieten, und die FIFA unterliegt sowohl der US‑Sanktionengesetzgebung als auch europäischen Vorschriften, wobei ihr Hauptsitz in Zürich, Schweiz, liegt. Die FIFA‑Zentrale in Zürich ist daher an diese Regeln gebunden. Die Schweizer Sanktionsbehörde SECO bestätigte gegenüber Follow the Money, dass diese Zahlungen illegal seien, ohne zum Einzelfall Stellung zu nehmen. Sowohl die amerikanische Sanktionsbehörde als auch die FIFA lehnten es ab, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, sodass die Angelegenheit ungelöst bleibt. Folglich riskiert die FIFA nun eine strafrechtliche Verfolgung nach den geltenden Sanktionsgesetzen. Der Gegensatz zwischen FIFAs erklärter Aufgabe, globale Turniere zu unterstützen, und den mutmaßlichen illegalen Zahlungen verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen Fußballverwaltung und internationalem Recht. Er zeigt, wie Compliance‑Fehler die Glaubwürdigkeit der Organisation gefährden und sie rechtlichen Schritten aussetzen können.