WM
Argentiniens Banner löst spanische Sanktionaufrufe nach Halbfinale aus.
Argentinische Spieler hoben nach dem hitzigen Halbfinale England‑Argentinien ein Banner für die Falklandinseln, was spanische Beamte dazu veranlasste, vor dem Finale am Sonntag Sanktionen zu fordern. Der Vorfall betraf drei Mitglieder der Albiceleste und hat einen jahrzehntelangen Streit wiederaufleben lassen.
Das Halbfinale zwischen England und Argentinien wurde als „heiß“ beschrieben und fand am Mittwoch statt. Kurz nach dem Spiel betraten drei argentinische Nationalspieler das Spielfeld, um ein Banner zu zeigen.
Giovani Lo Celso, Cristian Romero und Lisandro Martínez entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“, ein direkter Anspruch, dass die Falklandinseln zu Argentinien gehören. Die Spieler tanzten anschließend mit dem Tuch auf dem Platz.
Ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer sagte: „Er wünscht beiden Teams viel Erfolg im Finale, besonders Spanien.“ Starmer fügte hinzu: „Die Weltmeisterschaft gehört vielleicht nicht uns, aber die Falklandinseln gehören definitiv zu uns. Unsere Position bleibt unverändert. Das Selbstbestimmungsrecht liegt bei den Inselbewohnern und unsere Unterstützung für die Falklandinseln wird niemals wanken.“
Starmer erklärte, dass grundsätzlich die FIFA zuständig sei, betonte jedoch, dass Politik aus dem Fußball herausgehalten werden solle. Er wies darauf hin, dass die FIFA politische Äußerungen von Spielern verbietet und dass das argentinische Banner eine Sanktion nach sich ziehen könnte.
In Spanien haben die Forderungen nach einem Eingreifen der FIFA an Intensität gewonnen. Spanische Sportzeitungen veröffentlichten Artikel, die warnen, dass das Banner gegen FIFA‑Vorschriften verstoße und dass eine Sperre des argentinischen Innenverteidiger‑Duos nicht unwillkommen wäre.
Der argentinische Fußballverband wurde zuvor mit 25.000 € bestraft, nachdem bei einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien ein Banner gezeigt wurde, das behauptete, die Falklandinseln seien argentinisch. Die spanische Presse erinnerte zudem daran, dass Rodri und Álvaro Morata nach dem Singen, dass Gibraltar spanisch sei, nach der Euro 2024 für ein Spiel gesperrt wurden.
Die Falklandinseln liegen vor der Küste Argentiniens und wurden 1592 von einem Engländer entdeckt. Seit Jahrhunderten werden die Inseln zwischen dem Vereinigten Königreich und Argentinien umstritten, was in einem kurzen Krieg 1982 gipfelte, der bis heute ein sensibles Thema ist.