Younes Ebnoutalib Nach Klopp-Anruf: Tränen und DFB‑Kader
Der 23‑jährige Eintracht‑Frankfurt‑Stürmer Younes Ebnoutalib steht erstmals im Kader der deutschen Nationalmannschaft, nachdem Bundestrainer Jürgen Klopp ihn telefonisch über die Nominierung informierte und er daraufhin Tränen vergoss. In einer Medienrunde in Herzogenaurach erklärte er, dass er den Anruf völlig unerwartet erhalten habe, während er auf einem Sportplatz trainierte.
Klopp‑Anruf löst Tränen aus
Ebnoutalib schilderte, dass er zunächst dachte, Klopp wolle nur nach seinem Befinden fragen. Stattdessen erfuhr er von seiner Berufung in den DFB‑Kader und sagte: „Nach dem Telefonat kamen mir die Tränen.“ Er betonte, dass die harte Arbeit der letzten Jahre endlich belohnt sei.
Aufstieg vom Regionalliga‑Star zum Nationalspieler
Vor zwei Jahren spielte Ebnoutalib noch in der Regionalliga für den FC Gießen und war nie für eine deutsche U‑Nationalmannschaft nominiert worden. Sein Vater, ein ehemaliger marokkanischer Taekwondo‑Profi, nahm 1997 die deutsche Staatsbürgerschaft an und gewann bei den Olympischen Spielen 2000 die Silbermedaille für Deutschland.
Durch seine Herkunft hätte Ebnoutalib auch für Marokko spielen können; der marokkanische Nationaltrainer Mohamed Ouahbi hatte bereits Kontakt aufgenommen. Ebnoutalib betonte, er liebe beide Länder und drücke Marokko weiterhin die Daumen.
Nations‑League‑Ausblick und Einsatzchance
Damit die Entscheidung endgültig sei, müsste Klopp ihn in einem der beiden anstehenden Nations‑League‑Spiele einsetzen – am Donnerstag in den Niederlanden oder am Sonntag gegen Griechenland. Nach einem Pflichtspieleinsatz wäre ein späterer Länderwechsel nicht mehr möglich.
Im aktuellen Kader befindet sich neben Kai Havertz nur ein weiterer Stürmer, sodass Ebnoutalib um Spielzeit kämpfen muss. Er gab zu, noch keine konkreten Zusagen erhalten zu haben, wolle jedoch sein Bestes geben und hoffe auf viel Einsatzzeit.
In der Bundesliga startete Ebnoutalib mit vier Treffern in den ersten vier Spieltagen, darunter ein Dreierpack im 3:3 gegen Union Berlin. Nach seinem Wechsel von SV Elversberg zu Eintracht Frankfurt im Januar für acht Millionen Euro zeigte er in den ersten fünf Partien fünf Tore und zwei Vorlagen.
Klopp hat insgesamt 44 Spieler berufen und die Kader in zwei Gruppen aufgeteilt, um nach den ersten beiden Nations‑League‑Begegnungen zahlreiche Wechsel vorzunehmen. Bereits vor dem ersten Spiel musste Lennart Karl wegen leichter Muskelprobleme ausweichen, sodass Karim Adeyemi nachrückte.