Tillman zweifelt an Leverkusen‑Zukunft nach Kritik an Ex‑Trainer/Fans
Mittelfeldspieler Malik Tillman warnte, dass seine Zukunft bei Bayer Leverkusen nach einer offenen Pressekonferenz, in der er den ehemaligen Trainer Kasper Hjulmand und die Unterstützer des Vereins kritisierte, unsicher bleibt. Der US-International, der von PSV für eine Vereinsrekordablösesumme kam, beschrieb seine Debütsaison als „enttäuschend“, obwohl er 29 Bundesliga‑Spiele absolvierte und sechs Tore erzielte.
Tillman sagte, die Ernennung des neuen Cheftrainers Carles Martínez biete die Chance, seine Rolle neu zu bewerten. „Ich bin zurückgekommen, um die Methoden des Trainers, seine Ideen und seinen Plan für mich zu lernen. Danach werde ich wissen, ob ich bleibe oder nicht“, erklärte er und deutete an, dass seine Entscheidung von Martínez‘ Vision für das Mittelfeld abhängen werde.
Im Gespräch mit den Fans räumte Tillman ein, dass ein Teil der Kritik berechtigt sei, forderte jedoch einen menschlicheren Ansatz. „Die Meinungsfreiheit muss respektiert werden, aber ein wenig Empathie würde viel bedeuten. Hinter jedem Spieler steht ein Mensch“, sagte er und fügte hinzu, dass feindliche Reaktionen es ihm erschwert hätten, sich einzuleben.
Der Mittelfeldspieler wies zudem die Spekulationen der Medien über seine jüngste Instagram‑Aufräumaktion zurück und betonte, dass die Löschungen Wochen vor dem Auftauchen der Geschichte stattgefunden hätten. „Die Medien haben übertrieben. Ich wollte einfach keine unangemessenen Kommentare auf meinem öffentlichen Profil haben“, sagte er einer lokalen Zeitung.
Tillman kritisierte die Vereinsführung wegen mangelnder Kommunikation während seines ersten Jahres, insbesondere während die Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten ausgetragen wurde. „Eine kurze Nachricht oder ein Anruf hätten Unterstützung gezeigt. Ich erwarte keinen täglichen Kontakt, aber ein wenig Anerkennung hätte viel bedeutet“, fügte er hinzu.
Er schloss die Pressekonferenz, indem er jeden, der ein Problem habe, einlud, dieses nach dem Training direkt mit ihm zu besprechen, und wies das, was er „Bildschirmkritik“ nannte, zurück. „Man kann sich hinter einem Telefon hart geben, aber ein persönliches Gespräch ist der einzige Weg, Probleme zu lösen“, betonte er.
Leverkusen eröffnet die neue Saison am 22. August im DFB‑Pokal gegen Wehen Wiesbaden, und sowohl der Verein als auch Tillman werden unter Druck stehen, positiv zu starten. Die Äußerungen des Mittelfeldspielers deuten darauf hin, dass eine Vertragsentscheidung getroffen werden könnte, sobald er ein klareres Bild von Martínez‘ Plänen für seine Position hat.