Europa League
Sturm Graz will Überraschung gegen klaren Favoriten Stade Rennes
Unter grellen Flutlichtern, um 21:00 Uhr, strömt das Publikum in das Stadion Liebenau. Live auf CANAL+ wird dort Sturm Graz den ersten Gruppenspiel der UEFA Europa League gegen Stade Rennes empfangen. Die Begegnung markiert den Auftakt der europäischen Kampagne der Grazer.
Stade Rennes kommt als klarer Favorit. Der Verein, im Vorjahr sechster in der Ligue 1, ist in dieser Saison noch ungeschlagen und liegt punktgleich mit AS Monaco und OSC Lille auf dem dritten Tabellenplatz. Am Freitag sicherte sich Rennes mit einem 1:0‑Sieg gegen Olympique Marseille einen weiteren Sieg, bevor die Reise nach Graz antritt.
Sturms aktuelle Form und Schlüsselspieler
Sturm Graz ging am Sonntag mit einem 2:1‑Erfolg gegen LASK vom Platz. Nach nur einem Punkt aus zwei Spielen brachte der Sieg die Grazer wieder auf die Erfolgsspur. Der 23‑jährige Norweger Seedy Jatta musste nach einem Foul von Andres Andrade wegen einer Schulterverletzung mehrere Wochen pausieren.
Stattdessen überzeugte Ersatz Oumar Diakité, der mit einem sehenswerten Treffer den Sieg bescherte. Auch die Neuzugänge Joshua Quarshie und Valmir Matoshi zeigten solide Leistungen, während Otar Kiteishvili nach einer verpassten Elfmeterschance am Sonntag wieder an Form gewinnt.
Trainer Fabio Ingolitsch kommentierte die Situation: "Ich möchte nicht jammern, aber es ist ein Faktum, dass die französische Liga mithilft, dass Rennes am Mittwoch maximal frisch ist. Und bei uns ist es so, dass die Liga uns das Topspiel am Sonntag reindrückt, was natürlich ein Unterschied ist für Mittwoch."
Heimvorteil und taktische Vorgaben
Im Kalenderjahr 2026 ist Sturm Graz in Bundesliga‑Heimspielen ungeschlagen, nur in der Champions‑League‑Qualifikation gegen Fenerbahçe Istanbul gab es eine Niederlage. Ingolitsch betont, dass ein aggressiver, energiegeladener Auftritt das Publikum mitreißen und den nötigen Auftrieb geben kann. "Es gibt Momente, wo man sie erwischen kann, die muss man dann auch ausnutzen," fügte er hinzu.
Rennes hat in der Fremde häufig Probleme: Fünf der letzten zehn Auswärtsspiele gingen verloren. Wegen des Motorrad‑Grand‑Prix in Spielberg fand das Team kein passendes Hotel in Graz und musste stattdessen in Maribor übernachten, von dort aus mit dem Bus etwa eine Stunde zum Stadion fahren. Das sei zwar eine zusätzliche Belastung, aber kein entscheidender Nachteil.
Die Sturm‑Verteidigung muss besonders auf Esteban Lepaul achten, den Top‑Torschützen der Ligue 1 mit 21 Treffern in der Vorsaison, der bereits dreimal in den ersten vier Spielen dieser Saison traf. Weitere Offensivkräfte von Rennes sind Mousa Al‑Tamari und Eliezer Mayenda, letzterer kam im Sommer für 22 Millionen Euro von Sunderland. "Es ist eine Top‑Mannschaft aus einer Top‑Fünf‑Liga Europas, da gibt es kaum Schwachpunkte," fasste Ingolitsch die Herausforderung zusammen.
Wenn Sturm Graz die heimische Atmosphäre nutzt und frühzeitig das starke Positionsspiel der Franzosen stört, könnte das Team die Favoritenrolle von Stade Rennes infrage stellen und wichtige Punkte im Euro‑Wettbewerb sichern.