Europa League
Sturm Graz will Rennes Schneid im Europa‑League‑Duell ablösen
Im Stadion der Merkur‑Arena herrscht gespannte Vorfreude, während die Grazer Fans ihre Plätze einnehmen. SK Sturm Graz bereitet sich darauf vor, am Mittwoch um 21:00 Uhr gegen Stade Rennes anzutreten – das Aufeinandertreffen mit dem französischen Top‑Club, das als Rennes Schneid bezeichnet wird. Nach dem klar verpassten Aufstieg in der vergangenen Saison bekommt die Mannschaft zum zweiten Mal in ihrer Geschichte die Chance, in der UEFA Europa League zu bestehen.
Erste Hürde gegen Stade Rennes
Als erste Hürde wartet auf die Steirer ein echtes Highlight: das Heimspiel gegen den ungeschlagenen französischen Club. Rennes hat in vier Ligue‑1‑Spielen noch keinen Rückschlag erlitten, zuletzt mit einem 1:0 Heimsieg gegen Marseille. Davor folgte ein 2:2 gegen Titelverteidiger Paris Saint‑Germain, wodurch der Club aktuell punktgleich mit Tabellenführer Lille und Monaco liegt.
Marktwert und Rollenverteilung
Der Marktwert von Rennes liegt bei etwas mehr als 233 Millionen Euro, während die Grazer mit rund 60 Millionen Euro deutlich darunter bleiben. „Wir sind klarer Außenseiter, die Rollen waren selten so eindeutig verteilt“, erklärte Sturm‑Trainer Fabio Ingolitsch. James Doak von GEPA betonte, dass der französische Club technisch, im Positionsspiel und physisch stark sei – ein Top‑Club aus einer Top‑Fünf‑Liga Europas.
Personalmisere bei Sturm Graz
Sturm muss sich trotz vieler Verletzungen aufstellen: Seedy Jatta, Leon Grgic und Nelson Weiper fallen aus, Axel Kayombo und Szymon Wlodarczyk wurden nicht für die Europa‑League nominiert, und Oumar Diakite ist noch nicht einsatzbereit. Mittelfeldspieler Gizo Mamageishvili könnte neben Torhüter Belmin Beganovic als Stürmer gefragt sein, während Otar Kiteischwili und Jon Gorenc Stankovic noch unklar bleiben.
Die Vorbereitung war alles andere als ideal: Nur die Spieler, die am Sonntag nicht im 2:1‑Sieg gegen LASK starteten, absolvierten am Dienstag ein abschließendes Training. Rennes hingegen hatte bereits am Freitag gespielt und profitierte von zwei zusätzlichen Erholungstagen, was laut Ingolitsch die Stimmung deutlich gehoben habe.
Bisher wurden 12 000 Tickets verkauft, und Ingolitsch betonte, dass die Fans den „zwölften Mann“ bilden und so eine Plus‑Eins‑Überzahl erzeugen sollen. Der französische Club logiert in Marburg, Slowenien, weil das Motorrad‑GP in Spielberg die Unterbringung in der Region verhindert.
Rennes‑Trainer Franck Haise, nach dem 1:0‑Sieg gegen Marseille, sprach von harter Arbeit, Kontrolle und Qualität. Historisch hat Sturm bereits gute Erfahrungen gegen französische Vertreter gesammelt: Siege über Marseille 1999 (3:2) und Monaco 2000 (2:0) in der Champions League sowie ein Unentschieden gegen Monaco 2021 (1:1) in der Europa League. Die einzige Niederlage gegen einen französischen Gegner war am 7. März 2024 in der Conference League gegen Lille (0:3).
Damit steht Sturm Graz vor einer bedeutenden Aufgabe: Das Spiel gegen Rennes Schneid könnte den Unterschied zwischen weiterem Europacup‑Erfolg und einer frühen Ausscheidung markieren – ein Moment, der die zweite Chance in der Clubgeschichte prägen könnte.