FRAUEN
Spannung steigt, als Schweizerin Werro EM‑Gold im 800‑m‑Duell holt
In der vollen Arena von Birmingham erhob sich das Röhren der Menge, als die Schweizer Jugendliche auf die Bahn für das 800 m‑Duell trat, das Rennen als der spannendste Moment der Leichtathletik‑Europameisterschaften angekündigt. Die Schweizerin Werro, mit festem Blick auf das Ziel, verkörperte das Versprechen von EM‑Gold.
Siegerehrung und Zeiten
Silber ging an die Britin Hodgkinson, die die Linie in 1:55,01 überquerte, während das Bronze von der Niederländerin Broeders‑Bol mit einem Nationalrekord von 1:55,54 gewonnen wurde. Das Podium hob die Tiefe des Frauenfeldes hervor und unterstrich die Spannung, die sich im Verlauf des Wettbewerbs aufgebaut hatte.
Werras Weg zum Gold
Audrey Werro holte das EM‑Gold mit einem Meisterschaftsrekord von 1:54,81 Min und überholte die Olympiasiegerin Keely Hodgkinson um zwei Hundertstel einer Sekunde. Zuvor hatte ein Sturz im Halbfinale ihre Chancen gefährdet, doch ein erfolgreicher Protest sicherte ihr den Platz im Finale.
Ihr Sieg brachte nicht nur einen neuen Meisterschaftsrekord, sondern machte sie auch zur ersten Europameisterin über 800 m für die Schweiz. Das Rennen wurde von Paul Ellis von AFP als das erwartete Spektakel beschrieben, obwohl der Weltrekord von Jarmila Kratochvilova (1:53,28 Min./1983) unberührt blieb.
Weitere Highlights und Kontroversen
Im Hürdenlauf wurde die vierte EM‑Goldmedaille vom Norweger Warholm gewonnen, der einen Meisterschaftsrekord von 46,63 Sec aufstellte und damit den Deutschen Emil Agyekum (47,87) schlug. Der Sieg löste den beliebten, ruderstil‑Gesang aus, der während der Fußball‑WM berühmt geworden war.
Unterdessen wurde der deutsche Sprinter Owen Ansah neuer Europameister über 200 m mit einer Zeit von 19,95 Sec, vor dem Brit Zharnel Hughes (20,16). Eine Kontroverse umgibt nun Ansah, da die Nationale Anti‑Doping‑Agentur in Deutschland eine vierjährige Sperre für einen verweigerten Test fordert und damit die mögliche Aberkennung seiner Goldmedaille droht.
Weitere Veranstaltungen sahen die Italienerin Nadia Battocletti das Frauen‑10 000 m in 31:41,17 Min gewinnen und Gianmarco Tamberi sein viertes EM‑Gold im Hochsprung mit 2,32 m erringen. Die Ergebnisse des Tages fügten sich in das reiche Bild der Leichtathletik‑Europameisterschaften ein, einem Turnier, das weiterhin denkwürdige Athleten‑Leistungen hervorbringt.