Sammer wirft DFB Mutlosigkeit vor und setzt auf Mertesacker
Im Studio von Sky Sport, am Mittwochabend, steht der 59‑jährige Matthias Sammer am Rednerpult und richtet scharfe Worte an den deutschen Fußball. Er bezeichnet den DFB als „Feiglinge“ und fordert mehr Mut bei der Nachwuchsarbeit. Gleichzeitig nennt er Per Mertesacker als Schlüsselperson für die bevorstehende Wende. Die Äußerungen fielen im Rahmen einer Podiumsdiskussion von Sky Sport.
Mangelnder Mut beim DFB
Sammer kritisiert, dass der Verband heute nicht mehr mutig sei, sondern „Feiglinge geworden“ sei. Er bemängelt zu komplizierte Strukturen und fordert ein Konzept von einer Seite statt eines 400‑seitigen Dokuments. „Wir sind nicht mehr mutig, wir sind Feiglinge geworden“, wiederholte er während der Diskussion. Außerdem warnt er davor, Modelle aus Spanien oder Frankreich zu kopieren, weil „die beste Kopie immer noch schlechter als das Original“ sei.
Besonders die Nachwuchsarbeit sehe er kritisch. Sammer fordert einen alters‑ und entwicklungsgerechten Leistungsaufbau und betont, dass Individualisierung wichtiger sei, weil immer wieder einzelne Spieler nach oben kommen. Er kritisiert zudem, dass in Deutschland zu sehr die Stärken gestärkt werden, während das Schwächen‑schwächen‑Prinzip seiner Meinung nach die größten Fortschritte bringe.
Per Mertesacker als neuer Sport‑Geschäftsführer
Sammer setzt große Hoffnungen in den ehemaligen Weltmeister Per Mertesacker, der am 1. Januar 2027 das Amt des Sport‑Geschäftsführers beim DFB übernimmt. „Ich warte sehnsüchtig auf Per Mertesacker“, sagte Sammer und betonte, dass Mertesacker den eingeschlagenen Weg von Jürgen Klopp und Hannes Wolf fortführen solle. Er fordert den neuen Sportchef, sich „gnadenlos durchzusetzen“ und die unvermeidlichen Widerstände auszuhalten. Mertesacker soll dann die Bereiche Nationalmannschaften und Akademie verantworten.
Sammer blickt auf eigene Erfahrung
Der frühere DFB‑Sportdirektor kennt die internen Abläufe aus eigener Hand, denn von 2006 bis 2012 leitete er das Amt selbst. Mit 51 Länderspielen und dem Europameistertitel von 1996 verfügt er über umfassende Expertise. Er bietet seine Unterstützung an: „Wenn jemand glaubt, dass es gut sein könnte, kann er mich immer fragen.“ Sammer betont zudem, dass er Mertesacker als Persönlichkeit sehr schätzt.
Sammer sieht die aktuelle Situation zugleich als große Chance und meint, die Entwicklung des deutschen Fußballs sei „ein Klacks“, wenn Mut und klare Ziele gesetzt werden. Er bleibt optimistisch, weil er Mertesacker als verlässliche Führungskraft einschätzt.