Nations League
Rangnicks Joker‑Prinz Prass rettet Österreichs Aufstiegsträume
Im kühlen Dublin, im Aviva Stadium, stand das österreichische Team kurz vor dem Abgang, zwei Tore zurück. Doch nach der Pause stürmten Alexander Prass und Michael Gregoritsch aus der Bank, drehten das Spiel und sicherten ein 2:2‑Remis, das den Aufstiegstraum lebendig hält.
Das Remis brachte Österreich nach einem 0:2‑Rückstand drei Punkte ein und ließ die ÖFB‑Mannschaft in der Nations League weiterführend im Rennen um den Aufstieg in die A‑Liga bleiben. Teamchef Ralf Rangnick zeigte sich milde zufrieden und betonte, dass das Ergebnis die notwendige Energie widerspiegelt.
Erste Halbzeit: Irische Dominanz
In den ersten zwanzig Minuten dominierten die Iren in nahezu allen relevanten Bereichen, erklärte Rangnick nach dem Spiel. Er verwies darauf, dass das Team nicht das erforderliche Level erreicht habe und dass das Problem eher geistiger Frische denn körperlicher Ermüdung gelte. Die Vorbereitung auf die physische Spielweise Irlands habe nicht den gewünschten Effekt gebracht.
Mit sieben Punkten aus drei Partien führt Österreich die Gruppe der Nations League eindeutig an. Am Freitag reist das Team nach Prishtina, wo am Sonntag das letzte Spiel der ersten Phase ausgetragen wird. Das Ziel, mindestens einen Punkt zu holen und damit den Aufstieg in die Liga A zu sichern, erscheint immer realistischer.
Tiefe im Kader zeigt Wirkung
Rangnick hatte seine Startelf an sechs Positionen neu besetzt, um mehr Flexibilität zu gewinnen. In den Heimgewinnen gegen Israel und den Kosovo (jeweils 3:1) hatten die eingewechselten Spieler Sasa Kalajdzic und Carney Chukwuemeka jeweils das entscheidende Tor erzielt; in Dublin setzten nun Prass und Gregoritsch diese Tradition fort. Die Tatsache, dass fast alle aufgerufenen Feldspieler bereits Einsatzzeiten erhalten haben, unterstreicht die Breite des Kaders.
Prass erwies sich als Joker des Teams, indem er im 23. Länderspiel nicht nur sein erstes internationales Tor erzielte, sondern auch den Freistoß vorbereitete, den Gregoritsch verwandelte. „Ich freue mich unglaublich, es war ein brutal schöner Moment“, sagte der 25‑jährige Prass nach dem Treffer. Er betonte, dass das Comeback ein „Riesenstep“ sei, aber dass man mit dem Punkt zufrieden sein müsse.
Ausblick: Aufstieg gegen Kosovo
Die Mittelfeldakteure Xaver Schlager, Nicolas Seiwald, Romano Schmid und Patrick Wimmer standen in allen drei Spielen seit der WM in der Startelf. Rangnick lobte Wimmer: „Wimmsi hat sich zu Recht einen Platz in der ersten Elf geholt und liefert mit seinen Tempoläufen viel Energie.“ Am Sonntag trifft Österreich im Stadion von Prishtina auf den von Franco Foda betreuten Kosovo, wobei ein Punkt das Hauptziel bleibt.
Nach dem Spiel in der jungen Republik Balkan schließen die Österreicher ihr vierteilige Länderspielfenster ab und kehren bis Mitte November zu ihren Vereinen zurück. Das erzielte Remis beweist, dass das Team in der Lage ist, Rückschläge zu überwinden und den Anspruch zu wahren, in der Nations League weiter aufzusteigen.