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Portugal verliert Star Ronaldo nach Einsatz als Bankspieler

🇵🇹 Von 4AllFootball ·
Portugal verliert Star Ronaldo nach Einsatz als Bankspieler

Der letzte Einsatz von Cristiano Ronaldo als Bankspieler kam im Spiel gegen Norwegen, wo er sich vom Nationaltrainer ausgebootet fühlte und das Team vor dem bevorstehenden Duell in Dänemark verließ. EPA berichtete, dass der Star Ronaldo damit ein deutliches Signal setzte. Der Vorfall lässt die portugiesische Nationalelf ohne ihren Kapitän in die nächste Begegnung gehen.

Ein Wandel über 23 Jahre

In den 23 Jahren seiner Nationalmannschaftskarriere hat sich nicht nur Cristiano Ronaldo, sondern das ganze Land gewandelt. Als Ronaldo am 20. August 2003 sein erstes Länderspiel für die Selecção bestritt, gab es nur eine Handvoll Fernsehsender in Portugal; heute sind es unzählige Kanäle, darunter fünf 24‑Stunden‑Nachrichtensender, die seit Mittwochnachmittag ununterbrochen über das Drama berichten. Die Entwicklung wird auch in der offiziellen App der Federação Portuguesa de Futebol dokumentiert, die seitdem zahlreiche Updates erhalten hat.

Zwei Ziele und Jesus' Entscheidung

Im Trainingsdress verkündete ein gut gelaunter Cristiano Ronaldo, dass er vor seinem Karriereende noch zwei Ziele habe: die magische Zahl von 1000 Toren zu erreichen und mit Portugal die Nations League zu gewinnen. An seiner Seite stand Jorge Jesus, 71‑jähriger Trainer, der bis zum Sommer bei Ronaldos saudischem Klub Al‑Nassr tätig war und seit wenigen Wochen die Nationalmannschaft führt. Jesus spricht Ronaldo in der Öffentlichkeit mit dem Kosenamen „Chris“ an und bezeichnet ihn als Symbol des Landes und der Nationalelf.

Ronaldo erwiderte: „Wenn der Trainer mich braucht, kann ich spielen, ausgewechselt oder eingewechselt werden oder auch gar nicht spielen.“ Jesus nahm diese Worte wörtlich und setzte sie in seiner Taktik um.

Spiele ohne Ronaldo und Folgen

Im ersten Nations‑League‑Qualifikationsspiel gegen Wales (1:0) startete Ronaldo, doch er ließ mehrere hochkarätige Torchancen liegen und wurde bereits in der 60. Minute ausgewechselt, mit leicht verstimmtem Ausdruck im Gesicht. Gegen Norwegen (2:1) ließ Jesus den Superstar komplett außen vor, ließ ihn lange an der Seitenlinie wärmen und brachte ihn schließlich nicht zum Einsatz. Stattdessen erzielte Gonçalo Ramos das Siegtor nach einem schnellen Pressing, das Jesus für das Spiel konzipiert hatte.

Der Sieg bestätigte, dass die Selecção ohne Ronaldo im modernen Spitzenfußball bestehen kann. Beim Schlusspfiff in Oslo machte Ronaldo eine abwertende Geste und verließ das Spielfeld in Richtung Kabine, während die Mannschaft den Auswärtserfolg ohne ihren Kapitän feierte.

In den Tagen vor dem Spiel in Dänemark am Donnerstagabend versuchte die portugiesische Fußballelite, den alternden Star zu besänftigen. Jesus nahm ihn unter Schutz, obwohl er kein Training mit der Mannschaft absolvierte. Der Verbandspräsident Pedro Proença flog einen Tag früher nach Kopenhagen, um die Wogen zu glätten – jedoch ohne sichtbaren Erfolg.

Auf der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag betonte Jesus: „Der Status eines Spielers gewährt ihm keine besonderen Rechte. In einem Verein hat der Präsident das Sagen. In der Mannschaft habe ich das Sagen.“ Der Machtkampf zwischen den beiden Alphamännern führte zum ersten Mal zu einem klaren Verlust für Ronaldo im Umfeld der Selecção.

Ronaldo hatte bereits Konflikte mit früheren Trainern Carlos Queiroz (2008‑2010) und Paulo Bento (2010‑2014), wodurch er nach den enttäuschenden WM‑Misserfolgen 2010 und 2014 den ersten Länderspielen fernblieb. Diese Spannungen führten zum Rauswurf der beiden Trainer, während Ronaldo später wieder ins Team zurückkehrte.

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