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Owen Ansah sprengt 40‑jährige Flaute: 19,95‑Sekunden‑200‑Meter‑Gold

🇩🇪 Von 4AllFootball ·
Owen Ansah sprengt 40‑jährige Flaute: 19,95‑Sekunden‑200‑Meter‑Gold

Die Stadionlichter glitzerten über der Bahn, während die Menge am Freitagabend schweigend wartete, bis zum 200‑Meter-Finale. Owen Ansah trat auf die Startlinie, seine Augen fest auf das Ziel gerichtet. Als das Startsignal ertönte, würde er später eine Zeit von 19,95 Sekunden laufen und Gold für Deutschland holen.

Windbedingungen verhindern Rekord

Zur Halbzeit des Rennens lag Ansah auf dem vierten Platz, aber er schoss in der zweiten Hälfte nach vorne und erzielte einen dominanten Abschluss, der seine Rivalen zurückließ. Ein Rückenwind von 2,5 Metern pro Sekunde überschritt jedoch das zulässige Limit von 1,9 Metern pro Sekunde, sodass die Zeit nicht als deutscher Rekord anerkannt werden kann.

Die Windunterstützungsregel besagt, dass jede Hilfe über 1,9 Meter pro Sekunde eine Leistung vom offiziellen Rekordstatus disqualifiziert. Da der Wind 2,5 Meter pro Sekunde betrug, bleibt die 19,95‑Sekunden‑Marke eine Goldmedaillen‑Leistung, jedoch kein nationaler Bestwert.

Doping‑Untersuchung bedroht Zukunft

Nach dem Rennen sagte Ansah zu Sportschau: „Ich bin mega‑glücklich, dass ich diesen Lauf gewonnen habe. Mein Trainer hat bereits gesagt, dass die 200 Meter besser zu mir passen als die 100. Jetzt habe ich hier zwei Medaillen, ich habe nie wirklich geglaubt, dass ich so etwas erreichen könnte.“

Der britische Sprinter Zharnel Hughes belegte den zweiten Platz in 20,16 Sekunden, während Italiens Eseosa Fostine Desalu und der Schweiz Timothé Mumenthaler die Bronzemedaille teilten, beide mit 20,26 Sekunden.

Vier Jahrzehnte zuvor beendete Ansah eine ähnliche Durststrecke auf der 100‑Meter-Strecke und holte Bronze in 10,19 Sekunden – die erste deutsche Medaille seit Steffen Bringmanns Silber 1986. Jürgen Evers belegte ebenfalls 1986 den zweiten Platz über 200 Meter und markierte damit den letzten deutschen Podiumsplatz vor Ansah.

Seit einem Vorfall am 9. Juli behauptet die Nationale Anti‑Doping‑Agentur, dass Ansah nach einer Anfrage eines Kontrolleurs keine ordnungsgemäße Probe abgegeben habe. Die angebliche Verweigerung geschah, als er sich darauf vorbereitete, am 10. Juli zu einem Diamond‑League‑Meeting nach Monaco zu reisen.

Laut dem ARD‑Doping‑Experten Hajo Seppelt unterschrieb Ansah eine Warnung, die die Konsequenzen einer Testverweigerung darlegte, eine Behauptung, die sein Anwalt bestreitet und darauf besteht, dass sein Mandant die Kontrolle nicht verweigert habe.

Bei den Deutschen Meisterschaften Ende Juli, im Bewusstsein, dass ein rückwirkendes Sperrverbot seine Medaillen streichen könnte, gewann Ansah dennoch Gold sowohl über 100 als auch über 200 Meter und bestätigte damit trotz der Kontroverse seinen Status als Europameister.

Die NADA hat eine vierjährige Sperre vorgeschlagen, die das Rechts­team von Ansah nicht akzeptieren will, in der Hoffnung, dass Verfahrensfehler oder die dringende Reise nach Monaco als mildernde Umstände berücksichtigt werden. In der Zwischenzeit hat der Deutsche Leichtathletik‑Verband ihn vom Sprint‑Staffelteam ausgeschlossen, um das Ergebnis des Teams vor zukünftigen Sanktionen zu schützen.

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