Bundesliga
Neuer nennt Fehlentscheidung Ausrede nach schnellstem Bundesliga‑Tor
Robin Fellhauer schoss nach nur 8,5 Sekunden das schnellste Tor der Bundesliga‑Geschichte gegen den FC Bayern München und brachte den FC Augsburg in Führung. Dabei erhielt er kräftige Mithilfe von Manuel Neuer, der die Situation später als Ausrede Neuer bezeichnete im Spiel.
Der 40‑jährige Neuer hatte große Probleme bei der Ballverarbeitung. Er schoss den Ball unglücklich an den eigenen Rücken, wodurch Fellhauer freie Bahn erhielt und den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste. Der Ball wurde von der rechten Seite nach links gespielt, bevor er an Neuer gelangte.
Im Interview mit Sky erklärte Neuer seine Sichtweise: „Dadurch, dass ich von rechts mit zwei Leuten angelaufen wurde, habe ich mir den Ball auf links gelegt und dann ist Fellhauer sofort da gewesen. Ich habe versucht, die beste Lösung zu finden, aber das war nicht die beste, sondern schlechteste Lösung. Ich hätte einfach den Ball wegschlagen müssen.“ Neuer räumte ein, dass seine Entscheidung die schlechteste war und er den Ball hätte weglassen sollen.
Zweiter Treffer und weitere Fehler
Beim zweiten Augsburg‑Tor, dem zwischenzeitlichen 2:1 durch Rodrigo Ribeiro, übernahm Neuer keine Schuld. Er sagte: „Das war ein guter Schuss, den man nicht festhalten kann.“ und ergänzte: „Ich lasse den Ball zur Seite abklatschen, nicht in die Mitte. Letztlich kann ich diesen Ball nicht festhalten.“ Ribeiros Treffer stellte den Spielstand kurzzeitig auf 2:1, bevor das Spiel weiterging.
In den letzten Monaten fiel Neuer häufiger mit gravierenden Aussetzern negativ auf. Sein riskantes Aufbauspiel, einst eine Stärke, scheitert immer wieder, wobei gegnerische Angriffe oft zu Gegentoren führen – etwa in Augsburg oder im Champions‑League‑Viertelfinal‑Rückspiel gegen Real Madrid, als Arda Güler den Ball in die Füße bekam und ebenfalls nur noch ins leere Gehäuse einschieben musste. Beobachter kritisieren, dass Neuer’s Fehlpässe häufig zu schnellen Gegenstößen führen.
Folgen für die Torhüterposition
Vor diesem Hintergrund wird diskutiert, ob DFB‑Debütant Jonas Urbig mehr Einsatzzeit erhalten sollte. Der ehemalige Kölner hat sich für den deutschen Rekordmeister regelmäßig bewährt und soll ab der nächsten Saison die neue Nummer eins an der Säbener Straße werden, könnte jedoch bereits in dieser Saison stärker eingebunden werden, falls Neuer nicht wieder fit wird. Urbig, der bereits im letzten Jahr sein Debüt für die Nationalmannschaft gab, gilt als sichere Alternative.
Die Gegenüberstellung von Neuer’s Ausrede und Urbig’s möglichem Aufstieg verdeutlicht, dass Fehlentscheidungen eines erfahrenen Torhüters unmittelbare Chancen für junge Talente schaffen können. Damit könnte sich die Torhüterhierarchie beim Rekordmeister bereits vor der Saison ändern.