Nations League
Nations League Irland kämpft um reinen Fußball gegen Israel
Am kommenden Sonntag um 20:45 Uhr trifft Irland im Nations‑League‑Duell gegen Israel. Das Spiel wird im neutralen TSC Arena in Backa Topola ausgetragen, wobei keine Fans zugelassen werden. Damit bleibt das Augenmerk vor allem auf das reine Sport‑Geschehen. Im Gegensatz zum Hinspiel sind keine größeren Protestaktionen angekündigt.
Neutraler Austragungsort und fehlende Fans
Der irische Verband begründete die Verlegung nach Serbien mit organisatorischen Schwierigkeiten bei einer Austragung in Irland. Die UEFA stimmte dem Wechsel des Spielorts zu, sodass das Duell im TSC Arena in Backa Topola stattfindet. Fans werden nicht zugelassen, was das Spiel zu einem reinen Sportereignis macht.
Im Hinspiel am 27. September im ungarischen Nagyerdei‑Stadion in Debrecen gewann Irland mit 3:0 dank Toren von Troy Parrott (13. Minute), Adam Idah (16.) und Jack Moylan (25.). Der irische Torhüter Gavin Bazunu verzichtete aus Gewissensgründen auf die Teilnahme, während die Mannschaft den gegnerischen Spielern keinen Handschlag reichte. Während der israelischen Hymne senkten die Iren ihre Köpfe und trugen während der 90 Minuten schwarze Trauerbinden, um die Opfer im Gaza‑Krieg zu gedenken.
Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson betont nun eine ruhigere Tonlage. Er erklärte: „Wir spielen gegen Israel, wir spielen gegen den Völkermord. Niemand im Team fühlt sich wohl dabei, diese Spiele zu absolvieren.“ In einem Interview mit dem irischen Rundfunksender RTE sagte er weiter: „Das erste Match war für so viele Spieler so schwierig.“
Affenkritik beendet Nations‑League‑Pressekonferenz von Irland vor Israel
Der israelische Verband reagierte in den sozialen Netzwerken mit dem Vorwurf von „Dummheit, Ignoranz und Scheinheiligkeit“ gegenüber den irischen Vorwürfen. Torhüter Daniel Peretz, der in Deutschland für den FC Bayern und den Hamburger SV spielte, kommentierte nach dem ersten Spiel: „Das alles beruht auf Unwissenheit.“ Kapitän Manor Solomon äußerte sich ebenfalls: „Wenn ich sage, was ich von ihnen halte, würde ich wahrscheinlich für einige Spiele gesperrt werden. Offensichtlich hassen sie uns.“
Der Konflikt hat seine Wurzeln in den Anschlägen vom 7. Oktober 2023, bei denen etwa 1.200 Menschen in Israel getötet wurden und über 250 als Geiseln nach Gaza verschleppt wurden. Seitdem hat Israel eine Militäroffensive im Gazastreifen gestartet, wobei die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde von mehr als 74.000 getöteten Palästinensern berichtet. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe, die jedoch immer wieder durch tödliche Angriffe verletzt wird.
Irische Protestbewegungen und politische Reaktionen
Die „Irish Sport for Palestine Group“, ein Zusammenschluss aktiver und ehemaliger irischer Sportler, forderte einen Boykott der beiden Partien und berief sich dabei auf Irlands Tradition des anti‑kolonialen und anti‑imperialistischen Widerstands. Premierminister Micheal Martin unterstützte Hallgrimsson mit den Worten: „Israel kann nicht einfach weiter leugnen, was der Rest der Welt sieht und was er darüber denkt.“ Der Trainer selbst räumte ein, dass seine vorherigen Aussagen „nicht klug“ gewesen seien.
Hallgrimsson fordert UEFA zum Verzicht auf Irland‑Israel‑Spiele
Hallgrimsson hofft, dass das kommende Duell am Sonntag ruhiger verläuft und die Aufmerksamkeit wieder stärker auf das reine Fußball‑Geschehen gerichtet wird. Er betonte, dass die Proteste zwar das Bewusstsein schärfen, das eigentliche Ziel jedoch ein fairer sportlicher Wettbewerb sei.