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Serie A

Leere Tribünen bei Lazio, Fans boykottieren trotz starkem Saisonstart

🇮🇹 Von 4AllFootball ·
Leere Tribünen bei Lazio, Fans boykottieren trotz starkem Saisonstart

Die Hauptstadtmannschaft Lazio Rom begann die neue Serie A mit einem starken Start, doch im Stadio Olimpico sahen nur rund 10 000 Zuschauer das 2:2‑Unentschieden gegen AC Milan – die Mehrheit davon unterstützte die Gäste. Während die Fans der eigenen Mannschaft zu Hause blieben, äußerte Trainer Gennaro Gattuso seine Frustration über die trostlose Atmosphäre.

Leere Tribünen trotz starkem Start

Im riesigen Stadio Olimpico füllten lediglich etwa 10 000 Zuschauer die Ränge, wobei die Mehrheit hinter den Gästen stand. Der Gästeblock war mit 5 500 verkauften Tickets ausverkauft, und die angrenzenden Sektoren dominierten die rot‑schwarzen Farben von Milan. In der gleichen Begegnung in der vergangenen Saison hatten rund 50 000 Zuschauer das Stadion gefüllt.

Konflikt zwischen Fans und Lotito

Der Grund für die Covid‑ähnliche Stimmung liegt im eskalierenden Streit zwischen den Lazio‑Fans und Klubchef Claudio Lotito. Seit längerem protestieren die Tifosi gegen Lotito und fordern nun einen Generalboykott, um ihn aus dem Amt zu drängen. In der vergangenen Saison verkaufte Lazio noch rund 30 000 Dauerkarten, in dieser Saison nur etwa 4 000.

Zusätzlich boykottieren die Anhänger den offiziellen Fanshop sowie sämtliche weitere von Lotito kontrollierten Einrichtungen. In einer offiziellen Mitteilung beklagten die Fans eine klare Investitionsverweigerung des Eigentümers.

Sportliche Lage und Transferpolitik

Sportlich stagniert der Traditionsklub: In den letzten drei Jahren belegte Lazio die Plätze sieben, sieben und neun, während der letzte Titelgewinn ein Coppa‑Italia‑Triumph von 2019 war. Die Tifosi werfen Lotito vor, zu wenig Geld in den Kader zu investieren und dem Klub zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken.

In den vergangenen Monaten verkaufte Lazio wichtige Spieler wie Taty Castellanos, Matteo Guendouzi, Mario Gila, Alessio Romagnoli und Ivan Provedel, jedoch kamen keine kostspieligen Neuzugänge. Trotz der Einnahmen aus den Verkäufen gab es keine klare Aufstockung des Kaders.

Sowohl in der letzten Saison als auch in der abgelaufenen Transferperiode nahm der Klub mehr Geld für Spieler ein, als er ausgab. Gattuso, dessen Bestellung bei den Fans wenig Begeisterung hervorrief, erinnerte nach dem 2:2 gegen Milan: „Wir vermissen unsere Fans unglaublich. Fußball ohne Fans ist eine Plage.“

Seit 2004 besitzt Lotito nicht nur Lazio, sondern übernahm 2011 den Viertligisten Salernitana, führte ihn in zehn Jahren bis in die Serie A und verkaufte ihn anschließend wegen Verbandsregularien. Im Sommer dieses Jahres stieg er bei Reggina ein, einem weiteren Verein aus der vierten Liga. Sein Ruf ist zudem durch mehrere Rechtsfälle getrübt: 2006 zweijährige Sperre im Wettskandal, 2009 Verurteilung wegen Kursmanipulationen und ein Verstoß gegen Pandemie‑Auflagen.

Auch die Fan‑Szene selbst steht in der Kritik: 2018 forderte eine Gruppe Frauen auf, die ersten zehn Reihen des Fanblocks zu meiden, 2021 erschien ein Banner mit der Aufschrift „Hysaj ist ein Wurm, Lazio ist faschistisch“ und 2024 zeigten Fans im Münchner Hofbräuhaus den römischen Gruß und riefen „Duce“.

Trotz aller Probleme legte Lazio einen bemerkenswerten Start hin: Nach drei Siegen in Folge endete das Saisonauftaktspiel gegen Milan mit einem 2:2‑Remis. Besonders hervorzuheben ist der Neuzugang Davide Frattesi, der von Inter Mailand leihweise kam, bereits drei Treffer erzielt und mit einer Leihgebühr von fünf Millionen Euro sowie einer Kaufoption von zehn Millionen Euro für den kommenden Sommer ausgestattet ist. Auch Stürmer Albert Gudmundsson wurde auf Leihbasis verpflichtet.

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