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Nations League

Klopps Spagat zwischen Test und Ergebnis gefährdet EM-Quali

🇩🇪 Von 4AllFootball ·
Klopps Spagat zwischen Test und Ergebnis gefährdet EM-Quali

Im Trainingslager in München steht Jürgen Klopp vor einer Entscheidung, die er selbst als "Klopps Spagat" bezeichnet: Er nutzt die Nations League, um zahlreiche Neulinge zu testen, obwohl das Ergebnis die EM‑Qualifikation gefährden könnte.

Zweiter Kader für die Nations League

Der Deutsche Fußball‑Bund (DFB) hat für die kommenden Spiele gegen Serbien und Griechenland einen zweiten Kader aufgestellt. Darunter sind Finn Jeltsch, 20‑jähriger Innenverteidiger beim VfB Stuttgart, und Vitaly Janelt, 28, der seit 2020 bei FC Brentford in der Premier League ein Stammplatz im defensiven Mittelfeld ist. Auch Mika Baur, 22, Sohn des Handball‑Weltmeisters Markus Baur, kommt aus Celtic Glasgow und hat bislang noch kein Bundesligaspiel bestritten.

Ergebnisse und Konsequenzen

Nur sechs Spieler blieben nach der 0:1‑Niederlage gegen Griechenland am Sonntag im Kader. Die beiden verbleibenden Nations‑League‑Spiele in München und Athen wurden nahezu komplett mit neuen Gesichtern besetzt, was zu einem erneuten 1:1‑Ausgleich gegen die Niederlande und einer unglücklichen Niederlage gegen Griechenland führte. Klopp kommentierte das Ergebnis in der Sportschau: "Es gibt für mich keinen Grund, jetzt in Depression zu verfallen und zu sagen, wir sind ja doch so schlecht. Sind wir nicht!" Und weiter: "Aber wir sind auch nicht jetzt schon wieder so gut, wie wir gerne wären."

Bedeutung für die EM‑Qualifikation

Die Nations League ist nicht nur ein Nebenwettbewerb, sondern beeinflusst die EM‑Qualifikation 2028. Gruppensieger erhalten die Möglichkeit, über Play‑offs zu qualifizieren, während ein gutes Abschneiden in der Gesamttabelle einen besseren Lostopf beim Qualifikations‑Auslosung am 6. Dezember in Belfast sichert. Deutschland benötigt für den Einzug in die Endrunde mindestens den zweiten Platz, wobei ein dritter Platz ausreicht, um den Abstieg in Liga B zu vermeiden.

Klopp betont, dass die Experimente bewusst gewählt wurden, obwohl sie das Risiko von Punktverlusten bergen. "Schritte sind nie groß genug. Es geht nie schnell genug. Aber am Ende wird es einen Moment geben, in der näheren Zukunft, an dem wir bereit sind, gegen jeden Gegner unangenehm zu sein," sagte er. Zudem fügte er hinzu: "Die Jungs müssen irgendwann sehr selbstbewusst Fußball spielen."

Die Pressetermine der deutschen Nationalmannschaft dienen derzeit auch als Kennenlern‑Aktionen. Am Dienstag stellte der DFB Finn Jeltsch, Mika Baur und Vitaly Janelt vor die Mikrofone – drei Namen, die selbst manchem Bundesligainteressierten nicht viel sagen. Die Auswahl hätte auch mit Torhütern wie Noah Atubolu, Finn Dahmen und Jonas Urbig erfolgen können, die ebenfalls noch kein Länderspiel absolviert haben.

Insgesamt zeigt der aktuelle Ansatz, dass die Deutsche Fußball‑Verbands‑Strategie nicht nur auf kurzfristige Ergebnisse, sondern auf langfristige Entwicklung abzielt. Der Spagat zwischen Test und Ergebnis bleibt jedoch ein Balanceakt, dessen Ausgang die EM‑Qualifikation maßgeblich beeinflussen kann.

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