Nations League
Klopp kritisiert DFB-Team nach schwacher Leistung in Griechenland
Das Griechenland DFB-Team unter Jürgen Klopp hat in der Nations League den zweiten Sieg in Serie verpasst, nachdem es 0:0 gestanden hat. Aleksandar Pavlović zeigte sich verärgert über die gezeigte Leistung, während das Team mit fünf Punkten auf dem dritten Tabellenplatz bleibt.
Klopps Kaderexperiment
Als Jürgen Klopp vor zweieinhalb Wochen seine Anordnung für den großen deutschen Fußballfeldversuch präsentierte, teilte er die Nationalspieler und die, die es werden wollten, in zwei Kader mit nur geringer Schnittmenge auf. Die Erwartung war, dass die Gruppe für die ersten beiden Nations-League-Partien stärker sei als die zweite. Der Auftritt des zweiten Kaders sollte dem Bundestrainer gefallen haben.
Nach dem vierten Spiel am Sonntagabend zeigte sich die These als widerlegt. Nach einem 1:1 gegen die Niederlande und einem 0:1 gegen Griechenland kam der erste Sieg in Klopps Ära erst nach dem Personalwechsel gegen Serbien, gefolgt von einem 0:0 gegen Griechenland. Der Auftritt des zweiten Kaders wurde dennoch positiv bewertet.
Die griechischen Fans jubelten beim Abpfiff, nachdem ein Tor von Jonathan Burkardt in der ersten Halbzeit per Videoüberprüfung aberkannt wurde. Das DFB-Team bleibt mit fünf Punkten auf Platz drei, punktgleich mit Griechenland und den Niederlanden, die 2:1 gegen Serbien gewonnen haben. Ein weiteres Unentschieden hätte den ersten Tabellenplatz bereits unerreichbar gemacht.
Taktische Analyse
Gegenpressing und das kontrollierte Chaos nach Ballverlust funktionierten diesmal gut, wie Klopp nach dem Spiel betonte. Die Griechen, die im Hinspiel lange Bälle spielten, kamen selten an den Ball, weil ein Gegenspieler stets in der Nähe war. Auf den Ball reagierten die Deutschen sofort, was den Druck erhöhte. Es scheint, als nähmen die Deutschen die Vorstellungen ihres neuen Bundestrainers zunehmend an.
Zum ersten Mal stand kein Debütant in der Startelf; Klopp änderte im Vergleich zum Sieg über Serbien nur drei Positionen: David Raum ersetzte Maximilian Mittelstädt links hinten, Lennart Karl übernahm die Rolle von Serge Gnabry und Jonathan Burkardt kam für Nick Woltemade ins Sturmzentrum. Im Zentrum setzte Klopp erneut auf den harten Kern aus Aleksandar Pavlović, Tom Bischof und Florian Wirtz.
Pavlović hatte sich gegen die schwachen Serben als stabil und kreativ erwiesen; gegen das konterstarke griechische Team bestand die größte Herausforderung im Mittelfeld. Er forderte den Ball, gestaltete das Spiel, während Bischof ihm kaum nachlief und Wirtz in besonderen Momenten, diesmal sogar mit der Kapitänsbinde, das Geschehen bestimmte.
Ausblick
Wie Klopp sein Zentrum im November anordnen wird, bleibt spannend; die Diskussion um Kapitän Joshua Kimmich, der laut Absprache gegen Serbien und Griechenland nicht spielte, dürfte erneut aufkommen. Bereits am Tag vor dem Spiel erklärte Klopp: „Ich gebe zu dem Thema auf. Offiziell. Jetzt schon.“ Fans konnten das Spiel zudem über die offizielle App verfolgen.