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Nations League

Klopp fordert positiven Patriotismus, nominiert 44 Spieler für Nations

🇩🇪 Von 4AllFootball ·
Klopp fordert positiven Patriotismus, nominiert 44 Spieler für Nations

DFB‑Trainer Jürgen Klopp hat für sein Debüt in der Nations League 44 Spieler nominiert und nutzte die Pressekonferenz, um in einer überraschend politischen Rede über Patriotismus in Deutschland zu sprechen, wobei er betonte, dass nationaler Stolz nicht den Falschen überlassen werden dürfe.

Politische Botschaft und Wahlbezug

Klopp verwies auf die Wahl in Sachsen‑Anhalt, wo die AfD erhebliche Erfolge feierte, und erklärte, er sei stolz, deutsch zu sein und gleichzeitig offen, vielfältig und freundlich zu bleiben. Er sprach von einem "positiven Patriotismus" und sah im Fußball ein Mittel, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Obwohl er kein Fachmann für Politik sei, wollte er den Nationalstolz nicht den Falschen überlassen.

Er fügte hinzu: "Ich würde mir oder uns gern die Fahne zurückholen", und betonte, dass man nicht auf das schauen solle, was man nicht habe, sondern auf das, was man habe. Sie forderten von ihm klare Antworten, doch er blieb bei seiner Botschaft, dass die Kaderzusammenstellung die generelle Situation im Land widerspiegele.

Kader und taktische Vorgaben

Für die Nations‑League‑Spiele ab dem 24. September nominierte Klopp 44 Spieler, darunter 15 WM‑Veteranen und 16 mögliche Debütanten. Er überraschte mit Vitaly Janelt (FC Brentford) und Mika Baur (Celtic Glasgow) und ließ beliebte Namen wie Deniz Undav und Oliver Baumann außen vor. "Es ist ein Kader für die nächsten zwei, drei Jahre, nicht nur für diese Länderspiele", sagte er und bezeichnete die Auswahl als großes Casting.

Kapitä­n Joshua Kimmich wird künftig im Mittelfeld spielen, wie beim FC Bayern, während Marc‑André ter Stegen das Tor in der ersten Partie hütet. In Klopps ballorientierter Verteidigung seien alle Spieler für die Defensive verantwortlich, und er erwartete sofort mehr Einsatz. Die gewünschte Mentalität könne man wie Kampfgeist entwickeln.

Klopp erklärte, dass Leroy Sané und Deniz Undav derzeit nicht in Form seien und Oliver Baumann Platz für jüngere Keeper mache. Jamal Musiala, Serge Gnabry und Nico Schlotterbeck sollen nach ihren Verletzungen Spielpraxis sammeln und stehen deshalb im Kader, ebenso wie Finn Dahmen.

Zeitdruck, Medien und Ausblick

Eine Stunde und elf Minuten verbrachte Klopp damit, Aufbruchsstimmung zu erzeugen, während Deutschland bei den letzten drei Weltmeisterschaften vor dem Achtelfinale scheiterte. Er sagte nach der WM, man habe das Gefühl, der deutsche Fußball liege am Boden, doch es sei viel Talent ins Auge gesprungen. Für die Nations‑League‑Spiele gegen die Niederlande, Griechenland, Serbien und erneut Griechenland wird fast die komplette Mannschaft nach zwei Partien ausgetauscht – ein Novum.

Heiko Becker fotografierte Klopp, wie er kurz pausierte und dann neu ansetzte. Der 59‑jährige Trainer trug eine Cap mit der Aufschrift "Einer von 83 Millionen", ein Hinweis auf seine frühere Selbstbeschreibung als "The Normal One". Er kritisierte, es sei "arm", vom Lebensunterhalt zu leben, indem man Dinge früh herausbringt, und sagte, es sei ihm "ganz egal", welche Namen im Vorfeld kursierten. "Ob ihr mir die Zeit gebt oder nicht, ich nehme sie mir", betonte er abschließend.

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