Nations League
Jürgen Klopp muss DFB‑Team nach enttäuschender Nations‑League‑Niederlage neu formen
Das deutsche Fußballnationalteam der Herren verlor am Sonntagabend in Augsburg mit 0:1 gegen Griechenland in der UEFA Nations League. Trainer Jürgen Klopp analysierte das Ergebnis sofort in der Kabine und reiste anschließend mit seinem ersten Kader nach Hause. Im Anschluss stellte er sich bei der Pressekonferenz den wachsenden Kritikern nach zwei sieglosen Partien.
Erste Niederlage und Aufstellung
Gegen Griechenland musste die DFB‑Elf erstmals in ihrer Geschichte eine Niederlage einstecken; das entscheidende Tor erzielte Dimitrios Kourbelis in der 74. Minute. Klopp hatte für das Spiel fünf Positionen neu besetzt, darunter Torhüter Alexander Nübel, Josha Vagnoman, Yann Aurel Bisseck und Stürmer Younes Ebnoutalib. Der 44‑Mann‑Kader, den er zu Beginn der Nations League berief, sollte die Leistungsfähigkeit aller Kandidaten prüfen.
Nach dem Spiel äußerte ARD‑Experte Bastian Schweinsteiger sein Urteil: „Wir sind keine Topmannschaft mehr. Wir sind im Mittelmaß angekommen.“ Der 42‑jährige Weltmeister kritisierte das Fehlen von Spielern, die den Unterschied ausmachen könnten.
Klopp reagiert und blickt nach vorn
Klopp zeigte sich jedoch ungerührt von der Kritik. „Wenn die Euphorie jetzt weg ist, tut mir das leid, aber wir fallen nicht in Depression“, sagte der 59‑jährige Trainer energisch. Er forderte die Medien auf, sich nicht an den Spielern zu vergreifen, sondern ihn selbst zu kritisieren: „Macht das mit mir! Lasst die Jungs in Ruhe.“
Der DFB‑Kapitän Joshua Kimmich, der im zweiten Länderspiel nicht mehr eingesetzt wird, betonte, dass das Team noch im Experimentiermodus sei. „Wir müssen Dinge ausprobieren, zueinanderfinden und einen neuen Ansatz akzeptieren“, erklärte der Bayern‑Profi.
Klopp bezeichnete den 44‑Mann‑Kader als „alternativlos“, betonte jedoch, dass nach dem fast kompletten Austausch zur Halbzeit weitere Substanz fehlte. Er beschrieb die vergangene Woche als „alles top bis auf das Spiel heute“.
Die nächste Begegnung steht am Donnerstag um 20:45 Uhr in München gegen Serbien an, wobei erneut mit einer veränderten Besetzung gerechnet wird. In Griechenland wurde das Ergebnis mit großer Begeisterung aufgenommen; die Athener Zeitung „Ta Nea“ spricht von einer „goldenen Generation“, während die Sportzeitung „To Fos“ die deutschen Spieler auffordert, sich zu verbeugen.
Der Bildautor Bernd Feil dokumentierte die Szene für die Bildagentur IMAGO/MIS, wobei das Bildmaterial die nachdrückliche Stimmung auf beiden Seiten einfängt.