WM
Infantinos Instagram‑Beitrag lässt Kritiker ohne Dialog verstummen
In einem auffälligen Instagram‑Post griff FIFA‑Präsident Gianni Infantino Journalisten und Gegner direkt an, beschuldigte sie, Hass zu verbreiten, während er die Weltmeisterschaft als das schönste Fest der Menschheit verteidigte, und schaltete anschließend die Kommentare aus, sodass kein Raum für eine Gegenreaktion blieb.
Laut einem umfangreichen Bericht von The Athletic nutzte der Schweizer Präsident sein Instagram‑Konto, um Journalisten, Kritiker und Gegner der FIFA frontal zu konfrontieren. Der Bericht hebt den ungewöhnlich scharfen Ton der Kommunikation hervor.
Infantino deaktivierte Reaktionen auf den Instagram‑Beitrag, was bedeutet, dass Nutzer nicht mehr unter der Nachricht kommentieren können, in der der FIFA‑Vorsitzende seine Kritiker beschuldigt, „Hass zu verbreiten“, und das Turnier als „Feier der Menschheit in ihrer besten Form“ lobt. Diese Maßnahme verhindert jede öffentliche Diskussion unter dem Beitrag.
Die 15‑teilige Instagram‑Nachricht forderte die Kritiker auf, „zu meditieren, zu beten oder ein Fußballspiel zu schauen“, anstatt Zeit damit zu verschwenden, die FIFA zu kritisieren. Sie wurde zudem über offizielle FIFA‑Kanäle verbreitet.
In derselben Kommunikation beschrieb Infantino die Weltmeisterschaft als „Feier der Menschheit in ihrer besten Form“ und stellte fest, dass Milliarden Menschen das Ereignis verfolgten, das seiner Aussage nach ohne nennenswerte Vorfälle ablief und den Fans ein sicheres Fußballerlebnis ermöglichte.
Diese Aussagen stehen im Gegensatz zu mehreren Kontroversen, die das Turnier überschatteten, darunter US‑Visabeschränkungen, die Fans und Funktionäre behinderten, sowie die Verweigerung der Einreise für den somalischen Schiedsrichter Omar Artan. Der Bericht weist darauf hin, dass diese Probleme den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung beeinträchtigten.
Infantino verteidigte zudem die Entscheidung, die Sperre des US‑Stürmers Folarin Balogun nur einen Tag vor dem Achtelfinale gegen die Red Devils (Belgien) aufzuheben. Der Schritt stieß auf heftige Kritik seitens des Belgischen Fußballverbands, der UEFA, europäischer Politiker und veranlasste den Norwegischen Fußballverband, eine offizielle Beschwerde einzureichen.
Der FIFA‑Vorsitzende bestritt jeglichen politischen Druck und verwies auf ähnliche disziplinarische Entscheidungen in nationalen Ligen. Er argumentierte, dass „umstrittene Schiedsrichter‑ und Disziplinarentscheidungen“ zum Fußball gehören.
Bemerkenswert ist, dass Infantinos umfangreiche Erklärung keinerlei Verweise auf Untersuchungen zu Ticketpreisen, rechtliche Verfahren bezüglich iranischer Unterstützer oder die vier Todesfälle enthielt, die während der Weltmeisterschaftsfeiern in Mexiko‑Stadt stattfanden. Er dankte jedoch den Veranstaltern, Sicherheitsdiensten und Freiwilligen für ein „zu 100 % sicheres“ Turnier.
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