WM
Deutschlands kleine Lektion: Argentinien kein Vorbild nach WM‑Verlust
Heute um 08:40 warnte Rudi Völler, Sportdirektor des Deutschen Fußballverbands DFB, dass Deutschland nach drei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschafts‑Misserfolgen Argentinien nicht als Vorbild nehmen kann. Er verwies darauf, dass die verzweifelten Grenzübertritte der Argentinier in Nordamerika in einer Endniederlage gegen Spanien endeten.
Völler betonte, dass die Serie von drei verpassten Weltmeisterschaften einen grundlegenden Umbau im deutschen System erfordere. Er sagte, der Verband müsse sein Vorgehen neu überdenken, um die Wettbewerbsfähigkeit auf globaler Ebene zurückzugewinnen.
Während der K.-o.-Phase in Nordamerika drängten die Argentinier immer wieder über die Seitenlinien, um in verzweifelter Absicht den Titel zu halten. Ihre aggressiven Taktiken führten jedoch nicht zum Erfolg.
Der Wettbewerb kulminierte in einem Finale, in dem Spanien zu stark war und Argentinien eine entscheidende Niederlage zufügte. Die Niederlage verdeutlichte die Grenzen von Argentiniens Strategie.
„Ich will nicht so spielen wie Argentinien. Das hatte wenig mit Fußball zu tun“, sagte Völler. „Spanien verdient viel Lob für seine kollektive Abwehr, und in geringerem Maße auch England“, fügte er hinzu.
Deutschlands eigenes Ausscheiden kam im Achtelfinale gegen Paraguay, was eine kritische Überprüfung des Kaders auslöste. Die Niederlage machte Lücken in der Tiefe der Nationalmannschaft deutlich.
Völler stellte fest, dass Deutschland nicht über so viele absolute Toptalente verfügt wie Frankreich oder andere führende Nationen, aber dennoch Qualitätsspieler hat. Er nannte Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz als Weltklasse‑Spieler, die aus verschiedenen Gründen ihr Niveau bei der Weltmeisterschaft nicht zeigen konnten.
Parallel dazu wurde Jürgen Klopp zum Nachfolger von Julian Nagelsmann als Cheftrainer ernannt. Nagelsmann war wegen der seltenen Auftritte bei Spielen in der Medienkritik geraten.
Klopp wird voraussichtlich häufiger Stadien besuchen, doch Völler merkte an, dass dies Jonathans Tahs verpassten Elfmeter gegen Paraguay nicht erklären werde. Er schlug vor, dass Nagelsmann Schwierigkeiten hatte, das Team zu motivieren, und dass die Kritik schnell negativ wurde.