Champions League
Frankfurts Identitäts-Reset: Hütter ersetzt Riera nach Fanaufstand
Eintracht Frankfurt haben den Österreicher Adi Hütter als Cheftrainer verpflichtet, ein Schritt, der das Experiment, Albert Riera nur sechs Monate zuvor eingesetzt zu haben, rückgängig macht. Die Anhänger des Bundesligaclubs hatten Rieras Amtszeit mit Bannern und Atmosphärenboykotten protestiert, was tiefe Unzufriedenheit unterstrich.
Der Verein wandte sich an Hütter, weil der Österreicher bereits Deutsch spricht, die Bundesliga kennt und Eintrachts interne Strukturen versteht. Seine Vertrautheit mit dem Spielstil, der die Frankfurter Fans begeistert, steht in starkem Kontrast zu Rieras fehlender Erfahrung im deutschen Fußball.
Riera kam nach Frankfurt, ohne vorherige Erfahrung im deutschen Fußball und mit wenig Kenntnissen der deutschen Sprache. Er wurde gleichzeitig damit beauftragt, die Liga, den Verein, die Kabine, das Medienumfeld und die Sprache zu erlernen – eine Belastung, die die Bedeutung der Kommunikation in der Bundesliga hervorhob.
Die Anhänger des Bundesligaclubs protestierten gegen Rieras Ernennung mit Bannern und Atmosphärenboykotten, was die Tiefe der Unzufriedenheit verdeutlichte. Der öffentliche Widerstand spiegelte ein Vertrauensverlust in die Fähigkeit des spanischen Trainers wider, eine Verbindung zur Fangemeinde herzustellen.
Rieras frühe Arbeit wirkte vielversprechend nach einem 3‑0‑Sieg über Borussia Mönchengladbach im Februar, wobei Mario Götze den Fortschritt des Spaniers lobte. Doch später verschwand Götze aus Rieras Plänen und wurde für das Spiel gegen Mainz aus dem Kader gestrichen, was einen konfrontativen Pressekonferenz‑Monolog von Riera auslöste.
Jonathan Burkardt blieb trotz einer 12‑Spiele‑Verletzungsphase Frankfurts führender Bundesliga‑Torschütze. In seiner lang erwarteten Rückkehr gegen Bayern München kam er von der Bank, erzielte sein neuntes Ligator und reagierte später auf Rieras öffentliche Herausforderung, indem er wieder in die Startelf zurückkehrte und eine Torvorlage gegen Hamburg gab, was eine weitere außergewöhnliche Pressekonferenz‑Kontroverse auslöste.
Im März 2021, während Gerüchte ihn mit Borussia Mönchengladbach in Verbindung brachten, betonte Hütter öffentlich, er wolle in Frankfurt bleiben. Zwei Wochen später bestätigte Gladbach, dass er nach der Saison das Amt übernehmen würde, was bei Frankfurt, das um die Champions‑League‑Qualifikation kämpfte, erhebliche Unzufriedenheit hervorrief und schließlich zu einem fünften Platz nach Aufgabe des vierten Platzes führte.
Hütter blieb nur eine Saison bei Borussia Mönchengladbach und räumte später ein, dass er seinen Abgang schlecht gehandhabt habe, äußerte Bedauern vor seiner ersten Rückkehr nach Frankfurt im Jahr 2022 und entschuldigte sich erneut bei seiner Wiederaufnahme im Jahr 2026. Rund 2.000 Anhänger besuchten seine erste Trainingseinheit nach seiner Rückkehr, was darauf hindeutet, dass die Beziehung wiederhergestellt ist.
Die Vorbereitungssiege haben bereits erste Anzeichen für die Wirkung der Wiedervereinigung gezeigt. Frankfurt eröffnete die Vorbereitung mit einem 7‑1‑Sieg über den FC Gießen, bei dem Burkardt in der ersten Halbzeit zweimal traf, darunter ein spektakuläres Rabona, und besiegte anschließend die türkischen Pokalsieger Trabzonspor mit 3‑0, wobei Burkardt ein weiteres Tor beisteuerte, was auf eine wiedergewonnene Energie hinweist, die unter Riera fehlte.