WM
Englands Abwehrdilemma: Kann Tuchel daraus eine Waffe machen?
England, trainiert von Thomas Tuchel, treffen im Achtelfinale der Weltmeisterschaft auf Mexiko im 7.220 Fuß hohen Estadio Azteca. Die Höhe und Mexikos tiefstehende Abwehr haben den die Three Lions bereits Probleme bereitet, wie das torlose Unentschieden gegen Ghana in der Vorrunde zeigte.
Das Estadio Azteca liegt auf etwa 7.220 Fuß und verringert die Sauerstoffverfügbarkeit, was bei Gästen zu früher Muskelermüdung führen kann. Mexiko unter Javier Aguirre hat in jedem Turnier-Spiel ohne Gegentor gespielt und stellt damit eine defensive Herausforderung dar, der sich England stellen muss.
Mexikos Aufbau nach Abstoßsituationen erwies sich gegen Ecuador als effektiv, indem zwei defensive Mittelfeldspieler in einer 4-2-4-Formation für zusätzliche Tiefe sorgten. Ihre schnellen Starts dominieren die ersten 15 Minuten jeder Halbzeit, was zu hohem Ballbesitz, Intensität und Torgefahr führt. Ein ähnlicher Plan wurde von der DR Kongo genutzt, deren breite Viererkette und tiefstehender Torhüter für numerische Überlegenheit in der ersten Linie des Gegners sorgten.
England hatte bereits Schwierigkeiten mit kompakt stehenden Abwehrblöcken, insbesondere beim 0:0 gegen Ghana in der Gruppenphase. Die körperlichen Anforderungen in großer Höhe, kombiniert mit Declan Rices gemeldeten Oberschenkelproblemen, erschweren nachhaltiges Pressing.
Rene Maric, Assistent von Bayern München, erklärte: „Man kann seine Defensivstrategie unabhängig vom Gegner wählen und damit teilweise erfolgreich sein; offensiv wird das bei großen Qualitätsunterschieden jedoch nicht funktionieren.“ Er fügte hinzu, dass das Festlegen des Spielplans den Gegner zum Reagieren zwingt.
Thomas Tuchel hat im Turnier zwischen Vierer- und Fünferketten sowie zwischen Hochpressing und tieferen Kontern gewechselt. Dennoch bleibt das Problem der tiefstehenden Abwehr bestehen, da England Marcus Rashford und Rice zum Pressing einsetzte – mit begrenztem Erfolg unter den Höhenbedingungen.
Der Kontrast zwischen Mexikos proaktivem tiefem Block und Englands historischen Schwierigkeiten deutet darauf hin, dass Tuchel möglicherweise einen defensiven Rahmen annehmen muss, um das Spiel zu diktieren. Sowohl der englische Trainer als auch Mittelfeldspieler Jordan Henderson räumten die Gefahr schneller Starts ein, und wie die die Three Lions im Azteca reagieren, wird zeigen, ob der tiefe Block zu einer Geheimwaffe oder einer anhaltenden Schwäche wird.