Nations League
Blick EM befeuert Schweizer Vorstoß, Nations League‑Einsätze steigen
Unter der türkischen Sonne in Belek versammeln sich die Schweizer Nati zu einer letzten Trainingseinheit vor ihrer Eröffnungskollision in der Nations League in Nordmazedonien am Samstag. Cheftrainer Murat Yakin beobachtet, wie seine Mannschaft Standardsituationen feintunen, im Bewusstsein, dass jede Minute ihren Weg zur EM 2028 prägen könnte. Das Camp fühlt sich weniger wie ein freundschaftliches Training an, sondern eher wie ein entscheidender Test für den Aufstieg.
Einsatz in Belek
Die Kampagne bietet zwei klare Ziele: eine schnelle Rückkehr in die Liga A und ein Sicherheitsnetz für die EM‑Qualifikation über die Playoffs, falls der direkte Weg scheitert. Yakin, der mit 52 Jahren die Nations League zuvor als „bessere Freundschaftsspiele“ abgetan hatte, betont nun „Das gilt jetzt nicht mehr“ nach der Bekanntgabe des Kaders am letzten Donnerstag.
Eine Bildunterschrift, die unter den Fans kursiert, fragt: Hat er die 63‑seitigen Nations‑League‑Regularien gelesen? Die Frage unterstreicht die Tiefe der Vorschriften, die nun das Schicksal der Schweiz bestimmen.
Qualifikationswege
UEFAs Gewichtung bedeutet, dass die Nati nicht in Top 1 landen wird, wenn die zwölf EM‑Qualifikationsgruppen am 6. Dezember in Belfast ausgelost werden. Ein Abstieg in die Liga B würde zudem das Erbe der Nation aus dem WM‑Viertelfinale und die aktuelle FIFA‑Wertung abschwächen, wodurch sie möglicherweise in den Qualifikationsspielen gegen Machtzentren wie Spanien, England oder Frankreich antreten müssten.
In Liga B teilt die Nati eine Vierergruppe mit Schottland, Slowenien und Nordmazedonien. Ein Platz in der unteren Hälfte würde sie in Top 3 für die EM‑Auslosung absteigen lassen, während ein Gruppensieg sie in Top 2 hält und einen Weg zu den Playoffs im März 2028 eröffnet, die für die vier Gruppensieger der Liga A reserviert sind.
Die vier Euro‑Gastgeber – England, Schottland, Wales und Irland – haben jeweils maximal zwei reservierte Plätze, sodass Nations‑League‑Teams die übrigen Playoff‑Slots füllen können. Nach Abschluss der EM‑Qualifikationsphase im November 2027 schließen sich die acht besten Zweitplatzierten den vier Nations‑League‑Qualifikanten für die finale Playoff‑Runde an.
Peter Klaunzer von Keystone stellt fest, dass die Nations League zu einem strategischen Schlachtfeld geworden ist und nicht mehr zu einer Reihe von ausgefeilten Freundschaftsspielen, und die Schweizer Kampagne in Belek könnte den Weg zur EM 2028 ebenso bestimmen wie jeder spätere Qualifikant.