Leverkusens Sportdirektor warnt, Tillmans Interview könnte seinen Austritt vorziehen
Bayer 04 Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes hat den US‑International Stürmer Malik Tillman öffentlich gerügt, nachdem der Angreifer kürzlich ein Interview gegeben hatte, und suggeriert, dass die Äußerungen einen Abgang vom Verein beschleunigen könnten. Rolfes sagte dem Kölnischen Stadt‑Anzeiger, dass Tillman interne Wege umgangen habe und dass „wenn etwas nicht passt, man mit der betreffenden Person sprechen sollte – das hat er nicht getan.“
Tillman, der letzten Sommer von Bayern München für 35 Millionen € kam, bezeichnete seine erste Saison als „enttäuschend“ und machte den ehemaligen Trainer Kasper Hjulmand, die Kritik der Fans und ein wahrgenommenes Fehlen von Rückhalt seitens der Vereinsführung für seine Schwierigkeiten auf dem Platz verantwortlich. Die offenen Kommentare wurden nun als Verstoß gegen Leverkusens interne Disziplin gewertet, insbesondere angesichts der Höhe seiner Ablösesumme und seines begrenzten Einflusses in der Bundesliga.
Rolfes betonte, dass ein Spieler zwar unzufrieden sein könne, „ernsthafte Probleme müssen mir oder Fernando Carro gemeldet werden, sonst nehme ich sie nicht ernst.“ Er warnte, dass der Verein ein öffentliches Aussprechen von Beschwerden nicht tolerieren werde, und fügte hinzu, dass jedes ungelöste Problem direkt an die Geschäftsführung herangetragen werden müsse.
Tillman zweifelt an Leverkusen‑Zukunft nach Kritik an Ex‑Trainer/Fans
Laut Quellen, die der Umkleidekabine nahe stehen, geht die Geduld der Führungsetage zur Neige und das Interview habe einen möglichen Transfer „wahrscheinlicher“ gemacht. Die Hierarchie des Vereins prüfe die Situation im Kontext eines arbeitsreichen Sommerfensters, in dem die Zukunft des Stürmers davon abhängen könnte, ob er das Vertrauen des Vorstands wiederherstellen kann.
Leverkusens Offensivkader wird vor Beginn der neuen Saison noch wettbewerbsfähiger. Die kürzliche Verpflichtung von Miguel Gutierrez als Ersatz für Grimaldo, die erwarteten Zugänge von Moussa Diaby und Facundo Medina sowie das Aufkommen junger Talente wie Afonso Moreira und Ibo Maza bedeuten, dass Tillman um Spielzeit kämpfen wird, unabhängig von seiner Form.
Rolfes wiederholte die Null‑Toleranz‑Politik des Vereins gegenüber öffentlicher Unzufriedenheit und erklärte: „Wenn jemand ein ernsthaftes Problem hat, muss er zu mir oder zu Carro kommen. Andernfalls kann ich dem keine Bedeutung beimessen.“ Die Aussage unterstreicht Leverkusens Beharren darauf, interne Angelegenheiten hinter verschlossenen Türen zu klären.
Die Kontroverse fügt der Kaderplanung von Leverkusen eine weitere Unsicherheitsebene hinzu. Während der Verein weiterhin nach Offensivtalenten sucht, hängt Tillmans Schicksal nun davon ab, ob er das Vertrauen der Führung wiedergewinnt oder sich im kommenden Transferfenster einen Wechsel sichern kann.