Austria im Tiefflug: Zorn trennt Ergebnis von Leistung
Im heimischen Stadion von Austria Wien herrscht gespannte Stille, während die Fans das 0:2 gegen Sturm Graz verfolgen und die Mannschaft zusehen müssen – ein weiteres Kapitel im langjährigen Tiefflug des Vereins, das Sportvorstand Thomas Zorn nun von der gezeigten Leistung abgrenzen will.
Nach acht Spieltagen liegt Austria Wien mit sieben Punkten auf Rang zehn, ein Ergebnis, das in der heimischen Presse als „im Eck“ bezeichnet wird. Der Trainer Stephan Helm steht dabei im Fokus, während das Bildmaterial von Miguel Lemos die bedrückende Atmosphäre im Stadion einfängt.
Traditioneller Fehlstart
Der aktuelle Fehlstart ist kaum eine Ausnahme: Fast seit Gründung des Vereins setzt sich ein Muster fort, das in den vergangenen Saisons immer wieder zum Vorschein kam. In der letzten Partie setzte sich Austria zu Hause mit 0:2 gegen Sturm Graz durch, doch das Ergebnis reiht sich in die lange Tradition ein, jedes Mal nach einem schwachen Start zu kämpfen.
Trainer Stephan Helm bleibt jedoch optimistisch und spricht von einem erneuten Turnaround. Im Sky‑Interview nach der Niederlage sagte er: "Ich denke, dass die Leistungen in den letzten Wochen deutlich nach oben gehen. Auch heute haben wir, denke ich, einen Schritt in die richtige Richtung gemacht." Er betont, dass mehr möglich gewesen wäre, aber das Team darauf aufbauen könne.
Defensive und offensive Schwächen
Helm nennt die beiden größten Probleme, die man im Fußball haben kann: Tore verhindern und selbst Tore erzielen. Trotz hohen Einsatzes fehlt es an konsequenter Abwehrarbeit und an einer klaren Offensivkraft, sodass die Mannschaft häufig Chancen vergibt.
Im Spiel gegen Sturm Graz führte ein Kopfball von Oumar Diakite zum ersten Gegentor. Nach einem umstrittenen Elfmeter, der zunächst als Schwalbe gewertet und dann per VAR korrigiert wurde, traf Diakite den Strafstoß. Helm kommentierte: "Wenn das ein Foul ist, dann ist jede Berührung ein Foul."
Zorn fordert klare Trennung von Ergebnis und Leistung
Sportvorstand Thomas Zorn zeigte sich unzufrieden mit dem Ergebnis, betonte jedoch, dass man das Ergebnis von der gezeigten Leistung trennen müsse. Er erklärte: "Wir haben einen klaren Plan und fahren einen klaren Kurs. Junge Spieler sollen eingebaut und entwickelt werden." Gleichzeitig kündigte er an, die Kaderplanung weiter zu justieren.
Im Rahmen der Kaderplanung sucht Austria im offensiven Bereich nach einem Stürmer, der die Bälle festmachen, verteilen und halten kann, sowie nach einem Mittelfeldspieler, der die Bälle zwischen den Linien nach vorne treibt. Diese Zielvorstellungen spiegeln die Notwendigkeit wider, die Offensivkraft zu stärken.
Für das kommende Spiel am Samstag reist die Austria nach Ried, wo SV Ried nach einem 2:1 gegen WSG Wattens auf Rang fünf liegt und vier Punkte vor Austria steht. Das Duell bietet die Chance, die aktuelle Form zu testen und mögliche Punkte zu holen.