Lucumis Schuss an die Latte – die Schweiz scheitert Kolumbien im Elfmeterschießen
Die Spannung im Stadion erreichte ihren Höhepunkt in der 117. Minute, als der eingewechselte Luis Fernando Lucumí ungestört zum Kopfball nach einer Ecke ansetzte und den Ball direkt gegen die Latte für die Schweiz schoss. Die Abpraller landete im Spiel zurück, was Kolumbien in den letzten Sekunden der Verlängerung eine goldene Chance verwehrte.
Granit Xhaka und Denis Zakaria hatten bereits in der ersten Halbzeit Gelbe Karten gesehen, während Luis Suárez in der 60. Minute wegen eines rücksichtslosen Fouls an Yann Sommer vom Platz flog. Kolumbiens defensive Schwächen wurden immer wieder ausgenutzt, doch Torhüter Guillermo Kobel stand fest und wehrte Fabian Rieder und Dan Ndoye in den Schlussminuten ab.
Die Schweiz, die auf den verletzten Mittelfeldspieler Johan Manzambi verzichten musste, kämpfte sich in der ersten Halbzeit nur schwer ins Spiel, fand aber nach der Pause besser ins Match. Breel Embolo und Cédric Itten kombinierten in der 87. Minute, doch Embolos Versuch wurde von Kobel problemlos pariert.
Der Wendepunkt kam in der 95. Minute, als Suárez wegen eines Fouls an Sommer die zweite Gelbe Karte sah und Kolumbien auf zehn Mann reduzierte. Als die Uhr die 100-Minuten-Marke überschritt, verpasste Zeki Amdouni nur knapp den Durchbruch, der durch eine knappe Abseitsentscheidung verhindert wurde.
Die Dramatik eskalierte in der 105. Minute, als Amdouni Rubén Vargas in Szene setzte, dessen Schuss geblockt wurde, aber zu einer Ecke führte. Nur Momente später schoss Ndoye aus spitzem Winkel weit am Tor vorbei – die beste klare Torchance der Schweiz im offenen Spiel.
Schweiz und Kolumbien duellieren sich um WM-Viertelfinale-Platz
Lucumís Kopfball in der 117. Minute fasste den nervenaufreibenden Höhepunkt zusammen. Der ehemalige Club-Brugge-Stürmer traf die Latte, was bei den Schweizer Spielern und Fans für wilde Jubelstürme sorgte. Das Spiel hatte sich von einem zähen Unentschieden zu einem atemlosen Thriller in den letzten Minuten gewandelt. Kolumbien, das nach einem historischen Viertelfinaleinzug strebte, hatte zwar viel Ballbesitz, aber fehlte die nötige Schärfe. James Rodríguez und Juan Fernando Quintero, beide als Doppelaustausch eingewechselt, konnten den Angriff nicht entfachen. Rodríguez’ Freistoß in der 48. Minute wurde von Sommer problemlos gefangen. Für die Schweiz bewahrte der Sieg ihre makellose Bilanz im Turnier, ließ sie aber mit der Hoffnung auf ihr erstes Viertelfinale seit 1954 zurück. Murat Yakins Team trifft nun im nächsten Spiel auf die Sieger der Begegnung Argentinien gegen die Niederlande. Das Spiel fand unter Flutlicht in einem ausverkauften Stadion statt, wobei beide Fangruppen eine elektrisierende Atmosphäre schufen. Schiedsrichter Daniel Barton zeigte sieben Gelbe Karten, was die Intensität des Duells widerspiegelte. Stef Wijnants, der live berichtete, bemerkte das Fehlen klarer Torchancen in der ersten Halbzeit, erkannte aber eine deutliche Verschiebung des Spiels nach der Pause. „Die Schweiz wirkte ausgeglichener“, sagte er. „Kolumbien hatte den Ball, konnte ihn aber nicht in Druck ummünzen.“ Als der Schlusspfiff ertönte, brachen die Schweizer Spieler erschöpft auf dem Rasen zusammen, während ihre kolumbianischen Kontrahenten verzweifelt niedersanken. Ein Elfmeterschießen stand noch bevor, doch der entscheidende Moment war bereits gekommen.