WM
Schweiz und Kolumbien duellieren sich um WM-Viertelfinale-Platz
Der regennasse Rasen in Vancouver glänzte unter den Flutlichtscheinwerfern um 22:00 Uhr, als die Schweiz und Kolumbien antraten, um zu entscheiden, wer zum ersten Mal seit 72 Jahren das Viertelfinale der Weltmeisterschaft erreichen würde.
Die Schweiz, die Außenseiter, sind seit 1950 nicht mehr so weit bei einer Weltmeisterschaft gekommen. Kolumbien hingegen jagt den Märchenlauf von 2014, als sie in Brasilien das Achtelfinale erreichten. Die Bedeutung dieses Achtelfinal-Duells könnte nicht größer sein.
In der frühen zweiten Halbzeit ermöglichte Granit Xhakas lässige Spielweise Luis Campaz den Durchbruch, doch der kolumbianische Schuss fehlte an Präzision und flog unter Druck von Yann Sommer weit am Tor vorbei. Nur wenig später wurde Xhaka selbst von James Vargas enteignet, ein seltener Moment der Verwundbarkeit des erfahrenen Kapitäns.
Kolumbien wuchs in das Spiel hinein und probierte mit Jefferson Lerma und James Rodríguez. James Quintero zwang Sommer dann zu einem scharfen Fernschuss, als er den Ball mit dem linken Fuß in die obere Ecke schoss – nur um wegen Abseitsstellung abgepfiffen zu werden. Beide Teams schienen sich mit einem Elfmeterschießen abzufinden, als der Ball vorsichtig im Mittelfeld zirkulierte.
Lucumis Schuss an die Latte – die Schweiz scheitert Kolumbien im Elfmeterschießen
Vargas setzte die Schweiz weiterhin unter Druck, indem er einen späten Schuss von Zeki Amdouni mit einer tiefen Parade abwehrte. Doch es waren die Kolumbianer, die gefährlicher wirkten, als Campaz Sommer zu einem vollen Streckensave aus 20 Metern zwang. Dann kam der Moment, der die Nacht prägte: Jhon Lucumí stieg über die Abwehr und köpfte gegen die Latte nach einer tiefen Flanke von James Rodríguez. Der ehemalige Racing Genk-Verteidiger traf das Holz, was Kolumbien und die Fans in Staunen versetzte. Auf Lucumís Fehlschuss folgte ein harter Foul von Campaz nach einem Tackling von Ricardo van Rhijn. Kolumbien reklamierte einen Elfmeter, doch Schiedsrichter und VAR sahen kein Foul. Die Entscheidung wurde weitgehend unterstützt, da die Wiederholungen nur minimalen Kontakt zeigten.Kolumbien übernimmt die Kontrolle, während die Schweiz ihre Abwehr stabil hält
Als die Uhr in die Nachspielzeit tickte, brach Sandor Ndoye von Brighton für die Schweiz durch, schoss aber aus einem engen Winkel weit daneben. Der Schlusspfiff ertönte ohne Tore, und das Spiel ging in die Verlängerung. Die letzten Minuten der regulären Spielzeit waren geprägt von Spielunterbrechungen, Fouls und einer wachsenden Erschöpfung. Das Tempo sank, die Foulzahl stieg, und die Spieler kämpften sichtbar darum, die Intensität aufrechtzuerhalten. Das Spiel hängt nun in der Schwebe, bevor es 30 weitere Minuten Fußball gibt.