WM
Belgier fürchten Senegal mehr als Südkorea
Die Weltcup-Analysten Belgiens sind sich uneinig über ihren Achtelfinal-Gegner. Einige sehen in Senegal eine Chance, sich gegen Afrikas inoffizielle Meister zu messen, während andere deren Physis und Tempo fürchten.
Analysten wie Gilles De Coster argumentieren, dass Senegal die härteste mögliche Auslosung darstellen. „Ich würde mir am wenigsten wünschen, gegen Senegal zu spielen“, sagte er. „Sie sind die inoffiziellen Sieger des Afrika-Cups, in jedem Kader steckt der Stolz des afrikanischen Kontinents, und sie haben Spieler, die uns verletzen können.“
Joris Brys teilte diese Sorge und hob Senegals körperbetonten Spielstil hervor. „Sie haben auch einen sehr körperbetonten Spielstil“, sagte er. Brys‘ Argument wurde von Olivier Deschacht unterstrichen, der Senegal als sowohl schnell als auch stark beschrieb.
Andere sehen in Senegal jedoch eine machbare Herausforderung. Ein Analyst schlug vor, dass ein Spiel gegen Senegal Belgien weiterbringen könnte, während ein anderer auf die Möglichkeit eines harten, aber gewinnbaren Duells hinwies. Evert Winkelmans warnte jedoch vor Senegals unbeständiger Form und sagte: „Es kommt auf die Entscheidungen an, die sie treffen. Bisher zeigen sie bei diesem Weltcup zwei Gesichter. Wenn man Coulibaly und Mané zu Stars machen will, funktioniert das nicht wie gegen Norwegen. Das war wirklich schwach.“
Radja Nainggolan, der in Ongefilterd sprach, wies die Vorstellung zurück, dass ein Gegner einfach zu schlagen sei. „Die möglichen Optionen sind alle machbar, außer Senegal“, sagte er. Er betonte deren Schnelligkeit und körperliche Stärke und fügte hinzu: „Aber was ist schon schwach, wenn man die Gruppenphase überstanden hat?“
Nainggolan forderte Belgien zudem auf, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. „Ich hoffe, dass jetzt mehr Selbstvertrauen und mehr Glauben an sich selbst in der belgischen Nationalmannschaft aufkommt“, sagte er. „In den ersten Spielen war es manchmal etwas zu eingeengt und zu sehr auf den Gegner fixiert. Sie müssen aus ihrer eigenen Stärke heraus spielen und nicht zu sehr auf andere schauen.“
Deschacht hinterfragte indes, ob der Austragungsort eine Rolle spielen würde. „Macht das wirklich einen Unterschied? Die Koffer werden für einen getragen. Macht es einen Unterschied, Tage vor dem Spiel nach Seattle zu reisen?“, sagte er. Stijn Stijnen sah dagegen einen Wert darin, durch einen Aufenthalt in Seattle die Routine zu wahren.
Belgien trifft am 1. Juli um 22:00 Ortszeit in Seattle auf Senegal.