WM
UEFA warnt Infantino wegen WM‑Verkauf und rechtlicher Drohung
Die UEFA hat Gianni Infantino und die FIFA formell gewarnt und droht mit rechtlichen Schritten wegen der geplanten Kommerzialisierung der Weltmeisterschaft 2026. Der Dachverband verlangt die sofortige Aufbewahrung aller elektronischen Dokumente, die das Projekt betreffen, und verweist auf mögliche Verstöße gegen die Beweisaufbewahrungsvorschriften.
Die Telegraph berichtete am Sonntag, dass die UEFA dem FIFA‑Präsidenten ein Schreiben geschickt habe, in dem die Androhung von Gerichtsverfahren dargelegt wird. Die Korrespondenz, die die Zeitung einsehen konnte, unterstreicht die Entschlossenheit der UEFA, die FIFA Forward Enterprise‑Initiative herauszufordern.
In dem Schreiben weist die UEFA Infantino und die FIFA an, jede elektronische Datei, die das Projekt beschreibt und sich in ihrem Besitz oder ihrer Kontrolle befindet, zu identifizieren, zu lokalisieren und aufzubewahren. Die Anweisung besagt, dass diese Pflichten alle internen Dokumentenaufbewahrungsrichtlinien der Organisationen überlagern.
Die UEFA warnt ferner, dass jede Vernichtung, Löschung, Veränderung, Verbergung oder Verlust relevanter Dokumente nach Erhalt der Mitteilung als Zerstörung von Beweismitteln angesehen werden könnte. Solche Handlungen würden die Parteien den im selben Schreiben genannten rechtlichen Konsequenzen aussetzen.
Der Dachverband erklärt zudem, dass das FIFA Forward Enterprise‑Programm grundlegend mit einer guten Fußball‑Governance unvereinbar sei. Das Schreiben enthält eine detaillierte Auflistung der zu bewahrenden Informationstypen und nennt Personen, die aufgrund ihrer Rolle im Projekt wahrscheinlich relevante Dokumente besitzen.
Die UEFA hat sogar angedeutet, dass sie bei ungelösten Streitigkeiten einen Boykott von Wettbewerben in Erwägung ziehen könnte. Das erhöht den Druck auf die FIFA, den Aufbewahrungspflichten nachzukommen.
Zwei Wochen zuvor wurde Infantino für den globalen Erfolg der nordamerikanischen Weltmeisterschaft gefeiert, doch sein jüngster Reformmisserfolg hat seine Position stärker als je zuvor verwundbar erscheinen lassen. Der Zeitpunkt der Warnung der UEFA fällt in eine Phase, in der seine Autorität geschwächt zu sein scheint.
Die Warnung kommt weniger als ein Jahr vor dem Ende von Infantinos Amtszeit im März 2027, eine Phase, die seine Fähigkeit, das Projekt zu verteidigen, weiter erschweren könnte. Die Maßnahmen der UEFA stellen damit eine erhebliche Herausforderung für die verbleibende Amtszeit des FIFA‑Präsidenten dar.