Toppmöller wirft dem Vorstand den defensiven Kollaps Frankfurts vor dem Transferfenster vor
Eintracht Frankfurts defensive Schwächen sind zu einem Hauptthema geworden, nachdem der Verein in nur 18 Bundesligaspielen bereits 39 Tore zugelassen hat. Der ehemalige Trainer Dino Toppmöller nutzte die Pressekonferenz nach dem Spiel, um die Schuld eindeutig der Hierarchie des Vereins zuzuschreiben und argumentierte, dass die jüngsten Transferentscheidungen die Abwehr gefährlich dünn gemacht haben.
Toppmöller erinnerte die Anhänger daran, dass seine ersten beiden Spielzeiten in Frankfurt die sechst‑ bzw. fünftbeste Abwehr der Liga hervorgebracht haben und damit einen deutlichen Kontrast zur aktuellen Situation bildeten. „In meinen ersten beiden Jahren in Frankfurt hatten wir die sechst‑ bzw. fünftbeste Abwehr“, sagte er und stellte die gegenwärtige Krise als Ausnahme dar, die durch Entscheidungen abseits des Spielfelds und nicht durch taktische Fehler verursacht wurde.
Der ehemalige Cheftrainer kritisierte die Sommerabgänge des Innenverteidigers Willian Pacho und des Torhüters Kevin Trapp als entscheidende Schläge für die Abwehr. Beide Transfers wurden entgegen seiner Empfehlung durchgeführt und ließen die Defensive lückenhaft zurück. „Wir haben unseren besten Verteidiger, Willian Pacho, verkauft und ihn nicht ersetzt, entgegen meinem Rat. Darüber hinaus hat unser Stammtorhüter Kevin Trapp zu Paris FC gewechselt“, erklärte Toppmöller.
Er verteidigte zudem die umstrittene Rotation im 6:4‑Sieg gegen Borussia Mönchengladbach, bei dem Frankfurt mit 6:0 führte, bevor nach fünf Auswechslungen vier späte Tore kassierte. Die Änderungen seien seiner Ansicht nach notwendig gewesen, um Spieler für ein bevorstehendes Champions‑League‑Duell zu schonen, nicht ein leichtfertiges Risiko. „Ich wurde dafür kritisiert, aber wenn man die Aufstellung in einer solchen Situation nicht rotiert, wann dann?“, fragte er.
Seit seiner Entlassung haben Interimscoach Dennis Schmitt und Sportdirektor Markus Krösche gewarnt, dass der Verein dieselben Fehler wiederhole, wobei ein fünftes Spiel in Folge Frankfurt drei Gegentore in einer 1:3‑Niederlage gegen Hoffenheim einstecken ließ. Die defensiven Schwächen bleiben bestehen und verdeutlichen die Dringlichkeit einer strategischen Neuausrichtung.
Für die Zukunft skizzierte Toppmöller einen systematischen Ansatz zum Wiederaufbau der Abwehr: detaillierte Analyse, gezieltes Training und vor allem sinnvolle Verpflichtungen. „Schnelllösungen und Sündenböcke werden nicht funktionieren. Wir müssen das defensive Fundament von Grund auf neu aufbauen“, schloss er und forderte den Vorstand auf, in der kommenden Transferperiode vorrangig defensive Verstärkungen zu tätigen.