WM
FIFA unterstützt Infantino, UEFA droht wegen WM-Plan mit Boykott
Bei einer Vorstandsversammlung in Marokko am Mittwoch stellte sich die FIFA‑Führung hinter Präsident Gianni Infantino, nachdem der europäische Dachverband UEFA seine Boykottdrohung im Zusammenhang mit dem aufgegebenen Plan, Anteile an der Weltmeisterschaft und anderen FIFA‑Wettbewerben zu verkaufen, erneut bekräftigt hatte. Das Treffen unterstrich das einheitliche Auftreten der Organisation in einer Krise, die begann, als Infantino den vorgeschlagenen Verkauf aufgab.
Die Opposition der UEFA konzentriert sich auf den Verkaufsvorschlag, den sie als Verstoß gegen Governance‑Standards und als Bedrohung der Transparenz der Spitzenturniere der FIFA verurteilte. Der europäische Verband argumentierte, dass die Zulassung privater Anteile an der Weltmeisterschaft die Integrität des Sports und die demokratische Aufsicht über seine Wettbewerbe untergraben würde.
Als Reaktion veröffentlichte die FIFA eine wütende Erklärung, in der sie die Kritik als Angriff auf ihre demokratischen Prozesse bezeichnete. Der Verband beschuldigte unbenannte Kritiker, „Behauptungen, Andeutungen oder Fehlinformationen“ zu nutzen, um durch äußeren Druck das zu erreichen, was sie im etablierten Governance‑Rahmen der FIFA nicht sichern konnten.
Ein FIFA‑Sprecher warnte: „Wer nicht die Unterstützung der FIFA‑Mitgliedsverbände hat, sollte nicht versuchen, durch Behauptungen, Andeutungen oder Fehlinformationen das zu erreichen, was er nicht durch die etablierten demokratischen Prozesse der FIFA erreichen kann.“ Die Bemerkung wurde bei derselben Versammlung in Marokko geäußert und stellte die Gegenreaktion als koordinierte Anstrengung dar, den Präsidenten zu destabilisieren.
Trotz Infantinos Aufgabe des Verkaufsplans bestätigte die UEFA, dass ihre Boykottdrohung weiterhin besteht, und erklärte, dass ihre Opposition breitere Bedenken hinsichtlich Governance und Transparenz innerhalb der FIFA widerspiegele, nicht nur den gescheiterten Vorschlag. Der englische Fußballverband (FA) schloss sich dem europäischen Chor an und zog seine Unterstützung für die Führung Infantinos zurück.
Infantino soll im März nächsten Jahres eine Wiederwahl anstreben, und seine Kampagne hat bereits Unterstützung von CONMEBOL und CAF erhalten, was ein Gegengewicht zum europäischen Dissens bildet. Diese Unterstützung verdeutlicht die Spaltung zwischen den 211 FIFA‑Mitgliedsverbänden und dem Block der europäischen Verbände.
Die FIFA bekräftigte ihr Engagement für ihre Mitgliedsverbände und ihre Mission, den Fußball wirklich global zu machen, und stellte ihre Verteidigung Infantinos als Verteidigung demokratischer Werte und administrativer Unabhängigkeit dar. Das anhaltende Patt signalisiert eine wachsende Kluft zwischen den globalen Allianzen der FIFA und ihren europäischen Gegnern, mit Auswirkungen auf die Governance der Weltmeisterschaft und zukünftige FIFA‑Initiativen.