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WM

Baloguns Berufung in die US-Mannschaft sorgt für Empörung vor dem Belgien-Spiel

🇧🇪 Von Fussball4All Editorial ·
Die kurzfristige Freigabe des US-amerikanischen Stürmers Folarin Balogun durch die FIFA für das Achtelfinale gegen Belgien hat für Aufsehen im Turnier gesorgt. Die Entscheidung, nur Stunden vor dem K.-o.-Duell bekannt gegeben, löste sofortige Kritik aus – darunter von Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter, der die Integrität des Verfahrens infrage stellte. Der Belgische Fußballverband reagierte umgehend mit einem Social-Media-Post, der ein Bild aus der Kabine mit Youri Tielemans, Thomas Meunier und Romelu Lukaku zeigte und die Botschaft „Rot ist Rot“ verbreitete – eine deutliche Anspielung auf die Art und Weise, wie die FIFA Disziplinarentscheidungen handhabt. Im Zentrum der Kontroverse steht Artikel 27 des FIFA-Disziplinarreglements, der es dem Disziplinarkomitee ermöglicht, eine Sperre vorläufig auszusetzen, sofern der Spieler keine weiteren schweren Vergehen begeht. Laut L’Équipe taucht diese Klausel in Archiven vor 2019 nicht auf, was darauf hindeutet, dass sie unter Gianni Infantinos Führung eingeführt wurde. Doch Präzedenzfälle reichen bis ins Jahr 1962 zurück, als Brasiliens Garrincha trotz einer roten Karte im Halbfinale für das WM-Finale freigestellt wurde. Noch aktueller: Cristiano Ronaldos Sperre wegen eines Ellenbogens im EM-Qualifikationsspiel 2024 wurde von drei auf eine Partie reduziert – ebenfalls auf Basis derselben Regelung. Sepp Blatter verurteilte, was er als politischen Einfluss auf die Fußball-Governance bezeichnete. „Rote Karten werden nicht durch politische Anrufe zurückgenommen“, schrieb er. „Sie werden aufgrund von Regeln, Beweisen und unabhängigen Gremien aufgehoben.“ Seine Äußerungen unterstreichen die tiefe Besorgnis im Fall Balogun. Belgien bereitet sich nun auf das Spiel am Dienstag unter diesen Vorzeichen vor. Der KBVB deutete an, rechtliche Schritte prüfen zu wollen, wobei die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) die Entscheidung möglicherweise überprüft. Unterdessen zeigte sich Norwegens Trainer Ståle Solbakken solidarisch mit Balogun, äußerte aber Bedenken hinsichtlich der größeren Auswirkungen. In sozialen Medien verbreiteten sich Memes und Kritik, die das Gefühl der Ungerechtigkeit vieler Beobachter verstärkten. Der Zeitpunkt könnte nicht brisanter sein: Die USA und Belgien treffen in einem hochkarätigen Achtelfinale aufeinander, dessen Ausgang nun von dieser außergewöhnlichen Kontroverse überschattet wird. Das ursprünglich für Montagabend Ortszeit geplante Spiel bleibt im Fokus der globalen Aufmerksamkeit. Belgien mit Tielemans, Meunier und Lukaku steht im Zentrum des Sturms. Ihre Kabinenbotschaft „Rot ist Rot“ unterstreicht den Trotz angesichts der unklaren disziplinarischen Lage. Die Entscheidung des FIFA-Disziplinarkomitees basiert auf der vorläufigen Aussetzung der Sperre gemäß Artikel 27. Sollte Balogun vor oder während des Spiels erneut auffällig werden, könnte die Sperre wieder in Kraft treten – was den Ablauf zusätzlich verkompliziert. Für Belgien geht es dabei um mehr als nur das Spiel. Die mögliche Anrufung des CAS durch den KBVB zeigt das juristische Potenzial in einem Fall, der bereits die Grenzen der Turniergerechtigkeit neu definiert hat. Während die Fußballwelt über die Legitimität von Fifas Eingreifen debattiert, betritt Belgien das Feld unter dem Schatten dieser Kontroverse. Der Ausgang ihres Duells mit den USA könnte nun genauso sehr in den Büros wie auf dem Platz entschieden werden.

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