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Familie zuerst: Schwolow verlässt Hearts für die Ersatzposition bei Mainz
Alexander Schwolow, der 34‑jährige deutsche Torhüter, entschied sich, seine Stammplatzposition bei Heart of Midlothian in Schottland aufzugeben und in die Bundesliga zu Mainz 05 zurückzukehren. Er kommt in der Trikotnummer 1, wird jedoch hinter Kapitän Robin Zentner stehen. Der Wechsel wurde eher durch familiäre Gründe als durch sportliche Ambitionen getrieben.
In der Saison 2022‑23 half Schwolow den Hearts, den zweiten Platz in der Scottish Premiership zu erreichen, und stellte damit regelmäßige Einsatzzeiten und berufliches Glück wieder her, nachdem er jahrelang in Deutschland nur begrenzte Chancen erhalten hatte. Er hielt fünf Mal ein Gegentor in den ersten sieben Ligaspielen und bezeichnete die Kampagne als „eine verrückte Saison“, die seine Liebe zum Fußball zurückbrachte. „Das letzte Jahr hat mir die Freude wieder zurückgebracht“, sagte er.
Schwolow kam im Sommer letzten Jahres nach Edinburgh, nachdem er zwei Saisons lang Frederik Rønnow bei Union Berlin als Stellvertreter gedient hatte. Zu Beginn seiner Karriere hatte er es nicht geschafft, die 7 Millionen‑Euro‑Investition von Hertha BSC zu rechtfertigen, und verlor während eines Leihspiels bei Schalke seinen Stammplatz, nachdem er zuvor die Jugendakademie von Freiburg durchlaufen hatte.
Familienbedürfnisse bestimmten den Transfer. Obwohl er noch einen Vertrag bei Hearts bis 2027 hatte, hatten seine beiden kleinen Kinder Schwierigkeiten mit der Sprachbarriere in Schottland, und seine fünfjährige Tochter sollte im Sommer mit der Schule beginnen. „Es war keine sportliche Entscheidung, sondern eine familiäre“, erklärte Schwolow. „Es wurde klar, dass das nicht funktionieren würde“, fügte er hinzu und begründete damit die Rückkehr in ein deutschsprachiges Umfeld.
Er informierte den Sportdirektor von Hearts im Frühjahr, und der Verein stimmte seiner Freigabe zu, während Mainz ihm erlaubte, noch zwei Champions‑League‑Qualifikationsspiele zu absolvieren, bevor er zum Pre‑Season‑Camp von Trainer Urs Fischer stößt. „Das hätte deutlich schwieriger gestaltet werden können, deshalb bin ich dem Club sehr dankbar“, sagte Schwolow und dankte zugleich Mainz für die Unterbringung.
Obwohl Schwolow in der Nummer 1 ankommt, wird er voraussichtlich die Saison hinter dem etablierten Clubkapitän Robin Zentner beginnen. Mit 34 Jahren sagte er, „es ist definitiv leichter, Rollen zu akzeptieren“, doch er bleibt ambitioniert und will sich entweder durch Einsatzzeit beweisen oder Druck auf Zentner ausüben. Der Veteran glaubt, dass seine Erfahrung bei Freiburg, Hertha, Schalke und Union ihm beim Einleben helfen wird.
Der Schritt mag sportlich gesehen ein Rückschritt sein, doch Schwolows Prioritäten sind klar. Nachdem er sich in Schottland neu gefunden hat, hat er sich für familiäre Stabilität statt garantierter Minuten entschieden und hofft, dass seine Erfahrung Mainz weiterhin zugutekommen kann, während sein Privatleben wieder ins Gleichgewicht kommt.