Nations League
FAI trotzt Boykottaufrufen, unterstützt Israel‑Spiele nach heißer EGM
Der Fußballverband Irlands (FAI) stimmte in der Generalversammlung für einen Antrag, die Nations-League-Spiele der Republik Irland gegen Israel durchzuführen. Der Antrag war zuvor bei einer außerordentlichen Generalversammlung (EGM) im Aviva Stadium am Mittwoch mit 75 zu 32 Stimmen bei drei Enthaltungen angenommen worden.
Beide Spiele finden an neutralen Orten statt. Das „Heimspiel“ Israels ist für den 27. Oktober in Debrecen, Ungarn, angesetzt. Die Republik Irland wird ihr Spiel am 4. Oktober in Backa Topola, Serbien, ohne Zuschauer austragen, nachdem die UEFA einen Antrag aus Dublin aus betrieblichen Gründen genehmigt hatte.
Der Antrag betonte zwar die starke Unterstützung für Palästina, hob aber auch die Folgen eines Nichtantritts der UEFA Nations-League-Spiele für den irischen Fußball hervor. Die Mitglieder erkannten, dass ein Rückzug die sportliche Entwicklung beeinträchtigen könnte, und stimmten daher für die Erfüllung der Pflichten des Verbands.
Die EGM war einberufen worden, nachdem sich mehr als zehn Prozent der FAI-Mitglieder gegen die Austragung der Spiele ausgesprochen hatten, doch das Ergebnis ist für die Führungsebene nicht bindend. In einer Erklärung vom Mittwoch hieß es, die Abstimmung gebe dem Vorstand Rückhalt, im Interesse des irischen Fußballs zu handeln. Generaldirektor David Courell hatte bereits im Februar gewarnt, dass ein Ausstieg schwerwiegende Konsequenzen haben könnte.
Während der Versammlung versammelten sich Demonstranten vor dem Aviva Stadium, zuvor hatten sie bereits vor dem Dáil protestiert – Ausdruck des wachsenden Drucks, die Spiele zu boykottieren. Ein Freundschaftsspiel gegen Katar im Mai wurde zweimal durch Tennisbälle mit der palästinensischen Flagge gestört, und die Kampagne „Stop the Game“ wurde von Irish Sport for Palestine ins Leben gerufen.
Die israelische Armee startete nach dem von der Hamas geführten Angriff am 7. Oktober 2023 eine Militäroffensive in Gaza, bei der etwa 1.200 Menschen getötet und 251 Geiseln genommen wurden. Seitdem sind laut dem von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium – dessen Zahlen von den UN als verlässlich eingestuft werden – mindestens 73.035 Menschen, darunter über 21.280 Kinder, bei israelischen Angriffen getötet worden. Die begleitenden Bilder stammen von Getty Images.