Bundesliga
Deutscher Kulturminister fordert Infantino zum Rücktritt wegen WM-Verkauf
Der Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer ist das erste Mitglied der Bundesregierung, das den Rücktritt des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino gefordert hat. Weimer beschuldigte Infantino, den Weltfußball schwer beschädigt zu haben, indem er versucht habe, Turnieranteile an private Investoren zu verkaufen.
In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur erklärte der 61‑jährige unabhängige Politiker: „Infantino hat den Weltfußball mit einem geplanten Verkauf der Weltmeisterschaft schwer geschädigt.“ Er fügte hinzu: „Er hat das Vertrauen der europäischen Fußballgemeinschaft verloren und sollte sich im nächsten Jahr nicht zur Wiederwahl stellen.“
Infantinos Vorschlag, Turnieranteile an private Investoren zu verkaufen, wurde innerhalb weniger Tage unter starkem Druck, vor allem von der europäischen Fußball‑Governing‑Body UEFA, gestoppt.
Weimer stellte den Fußball als kulturelles Gut für alle dar, nicht als spekulative Ware für wenige. Er lobte die UEFA‑Bedrohung, die Teilnahme an der Weltmeisterschaft zu boykottieren, und sagte: „UEFA hat mit ihrer Weltmeisterschaft‑Boykottdrohung ein klares Zeichen gesetzt – das verdient Respekt und unsere Unterstützung.“
Er forderte den Deutschen Fußball‑Bund (DFB) auf, „aktiven Widerstand“ gegen Infantino zu leisten, und argumentierte: „Der DFB mit seinen 24 000 Vereinen und acht Millionen Mitgliedern ist der weltweit größte Sportverband. Seine Stimme hat Gewicht.“ Weimer betonte, dass es ohne DFB, UEFA und europäischen Fußball keine Weltmeisterschaft geben würde.
Die UEFA hat ihre Boykottdrohung beibehalten, selbst nachdem das Investoren‑Abkommen gestrichen wurde.
Weimer kritisierte zudem Infantinos Führungsstil und forderte Klarheit über die Aufhebung des Roten‑Karten‑Verbots für den US‑Fußballspieler Folarin Balogun bei der Weltmeisterschaft sowie darüber, ob ein Anruf des US‑Präsidenten Donald Trump an Infantino bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt habe.
„Fußball gehört allen, nicht einer Clique clever‑gieriger Deal‑Macher“, sagte Weimer. „Es ist keine minderwertige Ware, sondern ein hochwertiges demokratisches Kulturgut, das auf Offenheit, Teilhabe, Respekt und Fairness beruht. Inklusivität steht im Zentrum der Integrität des Fußballs, nicht die Profite für wenige. Ticket‑ und Fan‑Trikot‑Preise sind bereits zu hoch.“