WM
Concacaf blockiert Infantinos Plan zur WM-Finanzierung
Alle 41 Mitgliedsverbände von Concacaf haben den Vorschlag von FIFA‑Präsident Gianni Infantino, einen 21 prozentigen Anteil am neuen FIFA Forward Enterprises für 3,2 Milliarden Pfund zu verkaufen, formell abgelehnt. Der Plan, der dazu dienen soll, die FIFA‑Weltmeisterschaft und andere Großveranstaltungen zu finanzieren, wurde nach einem Donnerstagnachmittagstreffen des regionalen Gremiums beschlossen.
In der Concacaf‑Erklärung wurden Mitglieder zitiert, die sagten: „Während des Treffens äußerte die Mitgliedschaft tiefe Bedenken hinsichtlich des Mangels an ordnungsgemäßem Verfahren im Zusammenhang mit dem Vorschlag, der künstlich kurzen Frist, die auferlegt wurde, und des Fehlens jeglicher Prüfung oder Genehmigung durch die zuständigen FIFA‑Governance‑Organe.“
Die Erklärung stellte zudem die Notwendigkeit von Private‑Equity‑Investitionen zur Finanzierung neuer und bestehender FIFA Forward‑Programme in Frage, nachdem die bislang profitabelste FIFA‑Weltmeisterschaft der Geschichte beschrieben wurde. Die Mitglieder argumentierten, dass die bestehenden Finanzierungsmechanismen ausreichen sollten.
Concacaf lehnte den Vorschlag formell ab und forderte die Mitglieder des FIFA‑Rates auf, den FIFA‑Präsidenten anzuweisen, sicherzustellen, dass jede Angelegenheit den ordnungsgemäßen Governance‑Prozessen über das Personal und den Rat folgt. Das regionale Gremium betonte die Einhaltung der etablierten FIFA‑Governance‑Strukturen.
Im Gegensatz zur UEFA, die bereits früher am Tag ihre eigene Ablehnung ausgesprochen und einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft angedeutet hatte, erwähnten die Concacaf‑Länder in ihrer Reaktion keinen Boykott. Beide Konföderationen drückten ihre Ablehnung aus, doch nur die UEFA brachte Boykott‑Überlegungen ins Spiel.
Der Plan der FIFA sieht die Gründung einer neuen Einheit, FIFA Forward Enterprises, vor, die die Durchführung großer Veranstaltungen wie der Weltmeisterschaft und der Klub‑Weltmeisterschaft übernimmt, und einen Minderheitsanteil von 21 Prozent an dieser Einheit zu verkaufen, um 3,2 Milliarden Pfund zu beschaffen. Der Verkauf soll die für diese Veranstaltungen erforderlichen Mittel generieren.
Der Vorschlag bedarf der Zustimmung der 211 Mitgliedsverbände der FIFA sowie des FIFA‑Rates, bevor ein Anteil verkauft werden kann. Ohne diese Genehmigungen kann der Finanzierungsplan nicht umgesetzt werden.