Zwei Schweizer Sportskandale: Xhaka gesteht falsches Covid‑Zertifikat nach Fischer
Der Schweizer Fußballkapitän Granit Xhaka hat zugegeben, ein gefälschtes Covid‑Zertifikat gekauft zu haben – damit folgt er dem bereits bekannten Fall des Eishockey‑Trainers Patrick Fischer. Die Enthüllung stammt aus einer Recherche von Blick, und SRF‑Sportredaktor Peter Schnyder erläutert die möglichen Konsequenzen für Xhaka, sowohl auf als auch außerhalb des Spielfeldes.
Geständnis und erste Maßnahmen
Nach dem Eingeständnis von Xhaka wird er für die nächsten vier Länderspiele der Schweizer Nationalmannschaft (Nati) nicht aufgestellt. Der offizielle Fußballverband hat in einer Medienmitteilung angekündigt, die Situation nach dem anstehenden Länderspielfenster gemeinsam mit Xhaka zu bewerten und das weitere Vorgehen zu besprechen.
Auf Instagram veröffentlichte Xhaka ein Statement, in dem er seine Verunsicherung im Zusammenhang mit der Covid‑Impfung schildert und das gefälschte Zertifikat erklärt. Das Posting ist unter dem Account @GranitXhaka zu finden.
Rechtliche Bewertung und Vergleich mit Fischer
Rechtlich muss Xhaka sich wegen Urkundenfälschung vor den Behörden verantworten. Bei voller Kooperation wird laut Schnyder voraussichtlich eine Geldstrafe drohen, jedoch keine Haftstrafe.
Der Fall unterscheidet sich deutlich vom Fall Fischer: Der frühere Eishockey‑Nationaltrainer nutzte ein gefälschtes Zertifikat, um an den Olympischen Spielen teilzunehmen, während Xhaka nach aktuellem Kenntnisstand keinen sportlichen Vorteil aus dem Dokument gezogen hat. Ein möglicher Nutzen für die Einreise zur Fußball‑WM in Katar ist unwahrscheinlich, weil die katarischen Behörden kurz vor Turnierbeginn am 1. November 2022 die Test‑ und Impfvorschriften gelockert hatten.
Die zweite Impfung, die im gefälschten Zertifikat vermerkt ist, soll je nach Quelle am 8. oder am 11. November erfolgt sein – ein Zeitraum, in dem kein Einreise‑Vorteil mehr bestand.
Ob weitere Sanktionen, wie im Fall Fischer, folgen, bleibt offen. Der Fußballverband betont, dass derzeit keine stichhaltigen rechtlichen Gründe vorliegen, Xhaka zu sperren, und dass moralische Überlegungen im Vordergrund stehen könnten.