Wird Füllkrug zum Risiko für Werder, wenn die Abhängigkeit bleibt?

Werder Bremen hängt in dieser Saison stark vom geliehenen Stürmer Niclas Füllkrug ab, wie das 2:3‑Niederlagen‑Spiel gegen Borussia Dortmund im Pokal eindrucksvoll zeigte. Er erzielte den Ausgleich und das spätere Führungstor, doch das Team verlor in der Verlängerung und steht nun vor dem Risiko, zu abhängig von einem Spieler zu sein, dessen Vertrag nur geliehen ist.
Abhängigkeit und Risiko
Werder Bremen hat in neun Spielen insgesamt zwanzig Treffer erzielt. Davon erzielte Niclas Füllkrug elf, also mehr als die Hälfte aller Tore dieser Spielzeit. Damit liegt sein Anteil bei über fünfzig Prozent.
Die Saison ist zwar noch jung, doch ein Ausfall von Füllkrug würde Werder vor ein echtes Problem stellen, weil das Team stark auf ihn ausgerichtet ist. Mit dreiunddreißig Jahren ist er nicht mehr der Jüngste und hat in der Vergangenheit häufig Verletzungen erlitten. Zudem könnte er nach dieser Saison das Team verlassen.
Pokalspiel in Dortmund und aktuelle Belastungsdebatte
Im Pokalspiel in Dortmund führte die Heimmannschaft zur Halbzeit mit zwei zu null, bevor der eingewechselte Niclas Füllkrug den Ausgleich erzielte. Kurz vor der Verlängerung traf Borussia Dortmund per Freistoß zum 3:2. Füllkrug kam erst eine halbe Stunde vor Schluss zum Einsatz und schoss beide Treffer für Werder.
Der vierundzwanzigmalige Nationalspieler ist der Hauptgrund, warum Werder den Titel „Comeback‑Meister“ trägt, denn bei allen fünf Aufholjagden der Bremer erzielte er mindestens ein Tor. Seine Treffer in der Liga fielen gegen Leipzig, Köln, Augsburg, Dortmund, Paderborn, Mainz, Lüneburg und im Pokal gegen den BVB. Obwohl seine beiden Tore im 2:3 nicht zum Weiterkommen reichten, zeigte das Spiel erneut, dass Werder ohne ihn kaum funktionieren kann.
Es gibt keine Garantie, dass er seine Trefferquote beibehält und dauerhaft fit bleibt. In den vergangenen zwei Spielzeiten fehlte er aufgrund von Verletzungen insgesamt über zweihundert Tage. Das jüngste Spiel in Mainz offenbarte, dass er an seine körperlichen Grenzen gestoßen war.
Nach dem Mainz‑Auftritt beschwerte sich Füllkrug öffentlich über eine zu späte Auswechslung. Trainer Daniel Thioune erklärte: „Wir müssen die Belastung steuern. Das war heute der Fall – und wir haben es besprochen.“ Trotz seiner guten Torquote saß der dreiunddreißigjährige im Pokalspiel in Dortmund auf der Bank, weil Thioune ihm nicht drei Spiele innerhalb anderthalb Wochen zumuten wollte.
Cedric Itten wartet noch immer auf sein erstes Tor für Werder. Statt Füllkrug startete Itten in der Spitze des Pokalspiels, blieb jedoch – wie der Rest der Mannschaft – blass, während das offensive Spiel in der ersten Halbzeit weitgehend ausfiel. Erst nach Füllkrugs Einwechslung zeigte das Team einen spürbaren Aufschwung.
Vertragliche Situation und finanzielle Risiken
Niclas Füllkrug steht nicht unter Vertrag bei Werder, sondern bleibt Eigentum von West Ham United und ist nur ausgeliehen. Medienberichten zufolge besitzt Werder keine feste Kaufoption, sodass die englische Seite bei einer möglichen Ablöse die Oberhand hat. Ob West Ham zu einer für Werder bezahlbaren Lösung bereit ist, bleibt unklar. Für den finanziell nicht besonders starken Bremer Verein stellt sich die Frage, ob sie sich die Investition in einen bald vierunddreißigjährigen leisten können.