Wie Valentin Senn den Fuß in die Tür der NFL brachte
Am Sonntag beginnt die neue Saison der National Football League (NFL) für die Indianapolis Colts und den 28‑jährigen Bernhard Raimann. Gleichzeitig hat der 26‑jährige Tiroler Valentin Senn einen Fuß in die Tür der NFL bekommen, indem er in die Practice Squad der Arizona Cardinals berufen wurde.
Rückkehr nach schwerer Verletzung
Im vergangenen Jahr hing Senns Karriere am seidenen Faden, als er im April nach dem Draft ein Band im Nacken riss; ein intensives Kraft‑ und Konditionstraining rettete den Traum, den er für die NFL hegte.
Der 26‑jährige Tiroler zeigte im Frühjahr, dass sein Nacken den Belastungsproben stand, und im Trainingscamp blieb er verletzungsfrei. In einem ORF‑Interview betonte er: „Mein Job ist es, besser zu werden.“
Während der vier Preseason‑Spiele, vom Hall‑of‑Fame‑Game im August bis zum Gastspiel im legendären Lambeau Field, erhielt Senn positives Feedback. Die Hochglanzliga bezeichnete ihn als rot‑weiß‑roten Farbfleck, der das Team mit seiner Vielseitigkeit bereichert.
Um seine Chancen auf den 53‑Mann‑Kader zu erhöhen, wechselte Senn vom Left Tackle zur Guard‑Position. Er erklärte: „Ich habe gefragt, ob ich nicht auch Guard spielen kann, um mehr Spielzüge zu bekommen.“
Vielseitigkeit als Schlüssel zur Karriere
Als Ersatzspieler will Senn alle fünf Positionen auf der Offensive Line beherrschen, weil jeder Ersatzspieler mindestens zwei Seiten spielen sollte. So kann er seinen Wert steigern und langfristig wie Bernhard Raimann ein Stammspieler werden.
In einem weiteren ORF‑Interview erinnerte er sich an das Gefühl, vor 100 000 Zuschauern zu spielen: „Mein Herz schlägt schneller, aber ich gewöhne mich daran.“ Fu bleibt für ihn ein Ansporn, weiter zu kämpfen. Er sagte, dass er bereits im College vor 100 000 Fans stand und das Erlebnis als besondere Motivation nutzt. David Dermer berichtete über das Gespräch.
Seine Vorgängerin Bernhard Seikovits war ebenfalls International Player bei den Cardinals, jedoch nur als Tight End aktiv. Durch eine kürzlich eingeführte Regel kann Senn nun theoretisch von anderen Teams „aufgeklaubt“ werden, was seine Motivation weiter steigert. Er betont: „Ich muss auf die Dinge schauen, die ich kontrollieren kann.“
Senn investiert täglich zusätzliche Einheiten im Kraft‑ und Konditionsbereich, um den harten Realitäten der NFL zu begegnen, wo Jobsicherheit keinen Eintrag im Wörterbuch hat. Er erklärt: „Solange ich Fortschritt zeige, habe ich einen Job.“
Senn blickt optimistisch auf die kommende Saison, in der er hofft, den Sprung in den aktiven Kader zu schaffen.