Bundesliga
Wie Hertha mit rund 700 Fans nach Dresden das Topspiel angeht
Vor der Länderspielpause reist Hertha BSC nach Dresden, wo etwa 700 Fans die Anreise trotz Boykott antreten. Das Topspiel gegen Dynamo Dresden steht im Fokus, während Trainer Stefan Leitl betont, dass die Mannschaft ihren Spielstil beibehalten will und sich auf die Herausforderung konzentriert.
Hertha an der Tabellenspitze
Der Berliner Klub befindet sich aktuell an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga und hat in den ersten fünf Spielen fünf Siege eingefahren – ein Rekord, den es im Profifußball der Berliner bislang nicht gab. IMAGO/Maximilian Koch berichtet, dass die Spieler Woche für Woche ihre Position prüfen und die volle Punkteausbeute genießen.
Dresdens schwieriger Start
Dynamo Dresden steht derzeit auf dem 17. Platz und hat bereits drei Niederlagen erlitten. Das letzte Duell endete mit einem 2:2 gegen Eintracht Braunschweig, wobei die Sachsen mangelnde Effizienz und Durchschlagskraft monierten.
„Ich denke, dass sich die Dresdner sicherlich ihren Start etwas anders vorgestellt haben“, sagte Trainer Stefan Leitl auf der Pressekonferenz am Mittwoch. „Trotzdem am fünften Spieltag ist noch genügend Zeit, um Dinge in die richtige Richtung zu bringen.“
Leitl charakterisierte die SG D als „Mannschaft, die sehr aggressiven Fußball spielt, eine sehr intensive Anlaufphase hat, sehr hoch steht mit der letzten Kette“. Hertha will die erste Pressinglinie überspielen, Räume finden und dem Gegner „weh tun“, während die eigene Spielweise unverändert bleibt.
Der Berliner Coach kann wieder auf Paul Seguin zurückgreifen, der nach einer Gelb‑Roten Karte gesperrt war. Der Rest des Kaders steht ebenfalls zur Verfügung, sodass Hertha mit voller Stärke antreten kann.
Das letzte Aufeinandertreffen Anfang April wurde von Ausschreitungen überschattet: Fanflaggen wurden verbrannt, Pyrotechnik eingesetzt und die Polizei musste eingreifen. Beide Vereine erhielten Geldstrafen und Teilzuschüsse. Die Hertha‑Fanszene boykottiert nun die kommende Partie; etwa 700 Reisende werden ohne organisierten Support nach Dresden kommen.
Leitl verwies auf Geschäftsführer Dr. Peter Görlich, der den Boykott unterstützte, und betonte: „Für mich geht es darum, mich um den Sport zu kümmern.“ Die Partie im Rudolf‑Harbig‑Stadion ist das letzte Ligaspiel vor der dreiwöchigen Länderspielpause, in der einige Spieler für die Nationalmannschaften, darunter Derry Scherhant, zum Einsatz kommen. Ein Testspiel gegen Hertha 03 Zehlendorf ist für den 29. September geplant, doch der Fokus bleibt auf dem Dresden‑Auftritt, um den sechsten Saisonsieg zu sichern.