Wie Bayern und Hartberg von 19 Trikotsponsoren profitieren
Der FC Bayern unterhält enge Beziehungen zum österreichischen Bundesligisten TSV Hartberg, einem Klub aus einem 6 687‑Einwohner‑Dorf im Südosten Österreichs, der bislang keinen großen Titel gewonnen hat, dafür aber in der Saison 2025‑26 mit 19 Trikotsponsoren einen Rekord aufstellt.
Ein ungewöhnlicher Sponsoren‑Erfolg
Obwohl Hartberg nie Meisterschaftstitel feierte, ist der Klub in der Disziplin der Trikotsponsoren Seriensieger. Im Sommer 2025 sorgte das mit 19 Logos versehene Trikot in Deutschland für Aufsehen, wobei das Wort‑‑Marke "Profertil" mit dem Zusatz "#1 Spermbooster" besonders prominent am Bauch zu sehen ist.
Die treibenden Köpfe hinter dem Aufstieg
Gründerin und Geschäftsführerin von Lenus Pharma, Brigitte Annerl, 57 Jahre alt, leitet seit 2017 den TSV Hartberg als Präsidentin. Neben ihr agiert Erich Korherr, 59, sowohl als Malermeister mit eigener Firma in Greinbach als auch als Obmann und Geschäftsführer der TSV Hartberg Spielbetriebs‑GmbH.
In einem im Mai 2026 veröffentlichten Steckbrief des MUT Magazins wird Korherrs Doppelrolle betont: "Beruf: Malermeister, Leitung der Firma Malerei Korherr in Greinbach bei Hartberg mit elf Mitarbeitern. Hobby: Vereinsobmann beim TSV Hartberg Fußball und Geschäftsführer der TSV Hartberg Spielbetriebs‑GmbH."
Partnerschaft mit Bayern und weitere Netzwerke
Jochen Sauer, Nachwuchs‑Chef des FC Bayern, erklärte im SPOX‑Interview, dass Bayern neben offiziellen Partnern wie Los Angeles FC auch "einige Klubs, bei denen wir mit den handelnden Personen ein sehr gutes Verhältnis pflegen, ohne dass sie offiziell Teil des Netzwerks sind" – namentlich nannte er den TSV Hartberg.
Seit 2023 kommen immer wieder Münchner Talente nach Hartberg: Angelo Brückner und Maximilian Henning sammelten per Leihe Spielpraxis, Torwart Tom Ritzy Hülsmann wechselte 2025 fest und wurde im Sommer für 2,5 Millionen Euro an Stade Reims verkauft.
Torwart‑Koordinator Tom Starke besuchte im Februar ein Heimspiel in der Profertil Arena und bezeichnete die Zusammenarbeit im Sky‑Interview am Spielfeldrand als "Win‑Win‑Situation für alle Parteien". Hartberg erhalte für wenig Geld gut ausgebildete Spieler, Bayern könne sie in einer ordentlichen Liga testen und langfristig von Weiterverkungsbeteiligungen profitieren.
Die enge Verbindung zwischen Bayern und Hartberg zeigt, wie ein kleiner Dorfklub mit kreativen Sponsoren‑Strategien und persönlichen Netzwerken zu einem stillen Partner im internationalen Nachwuchssystem des FC Bayern geworden ist.